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Grünflächen mähen - Schutz von Wildtieren

Der Landesjagdverband (Kreisgruppe Vulkaneifel) appelliert an die Landwirte im Landkreis auf Jungtiere in Grünflächen zu achten.

Mitten in der Brut- und Aufzuchtzeit zahlreicher Tierarten erfolgt Mitte bis Ende Mai der erste Schnitt der Wiesen. Zusätzlich werden viele Wiesen während der Vegetationsperiode alle 4 - 6 Wochen gemäht, um optimale Erträge und Futterqualitäten zu erzielen. Der Lebensraum Grünland wird so mehr und mehr zu einer ökologischen Falle für viele Wildtierarten.

Der frühen und häufigen Mahd fallen, insbesondere durch das bewegungslose Verharren als Schutzverhalten, Hase und Rehkitz, aber auch diverse Bodenbrüter zum Opfer. Viele Faktoren haben Einfluss darauf, wie viele Wildtiere bei der Mahd umkommen oder verletzt werden:

- Mahdtermin: hier gilt je später desto besser
- Schnitthöhe: je höher der Schnitt, desto eher werden sich
  drückende Tiere und brütende Vögel geschont
- Mahdrichtung: wird die Wiese von innen nach außen gemäht,
  haben ausgewachsene Tier eine Fluchtmöglichkeit
- Mähstrategie: nach Möglichkeit Mähen von Teilstücken,
  ungemähte Randstreifen, Gelege kennzeichnen und aussparen
- Mahdfrequenz: die Zeit zwischen Erst- und Zweitmahd verlängern,
  damit evt. Zweitgelege bei Bodenbrütern größere Chancen haben
- Mähtechnologie: Messerbalken statt Kreiselmäher.

Die wichtigste Voraussetzung für die Rettung von Wildtieren ist ein „guter Draht“ zwischen Landwirten, Jägern und Naturschützern mit einer rechtzeitigen Information der Jäger vor der Mahd. Die Jäger sind bereit, bei der Suche nach Jungtieren und Vogelnestern zu helfen oder auch bei „Vergrämungsmaßnahmen“ zu unterstützen, wenn sie wenige Tage vor der Mahd informiert werden. Viele Muttertiere lassen sich von aufgehängten Plastiktüten, Luftballons, Absperrbändern, Blinkleuchten oder auch Windrädern dazu bewegen, das Gebiet mit den Jungen zu verlassen. Aufgefundene Jungtiere sollten nur mit Hilfe von Handschuhen oder Grasbüschel angefasst und im Gebüsch außerhalb der Wiese abgelegt werden. Während der Mahd sollte der Landwirt auf auffliegenden Wiesenvögel und flüchtende Tiere achten, denn diese Zeichen weisen direkt auf Jungtiere in der Wiese hin.

Kein Landwirt wünscht sich Tierkadaver im Tierfutter - daher der Appell und die Bitte um Beachtung der obenstehenden Hinweise