Invasive Neophyten

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Herkulesstaude und Co.  -  Invasive Neophyten im Landkreis Vulkaneifel

Alls Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die von anderen Kontinenten absichtlich, meist als Zierpflanzen, oder unabsichtlich als Anhängsel des globalen Gütertransportes nach Mitteleuropa gelangen. Die meisten dieser Arten können sich nicht dauerhaft in der freien Natur etablieren. Einige wenige jedoch verdrängen innerhalb kurzer Zeit heimische Arten.
Sie verursachen aus ganz unterschiedlichen Gründen zum Teil schwerwiegende Probleme und hohe Kosten. Teilweise stellen diese Pflanzen auch ein Gefahr für den Menschen dar.
So führt die Herkulesstaude bei Berührung zu Verätzungen der Haut und Schleimhäute.
Die aus den USA eingewanderte Beifußambrosie kann für Pollenallergiker zu einem großen Problem werden.
Diese beiden Arten sind jedoch nicht die einzigen invasiven Arten, die in der Natur schädliche Auswirkungen haben
Besonders entlang der Bach- und Flussläufe treten immer massiver auch der japanische Knöterich, das drüsige Springkraut und die kanadische Goldrute auf. Sie haben die Eigenschaft heimische Pflanzen zu verdrängen und bilden Monokulturen.
Sie überwuchern naturnahe Lebensräume und verdrängen seltene heimische Arten und die daran gebundene Trierwelt.

Drüsiges Springkraut- besiedelt hauptsächlich  Uferbereiche an Bachläufen aber auch Waldränder. Es verbreitet sich sehr schnell über Gewässer. Im Landkreis Vulkaneifel ist es noch an vielen Bachläufen fehlend, jedoch auf dem Vormarsch. Die Ausbreitung ist in anderen Regionen z.B. an Ahr und Sieg zu einem nicht mehr zu bewältigenden Problem geworden. Im Landkreis Vulkaneifel kann das durch Ihre Mithilfe noch verhindert werden.

Düsteres Springkraut

Herkulesstaude - Riesenbärenklau- besiedelt Ödland, Gärten, Wegränder und Bachläufe und ist im Landkreis Vulkaneifel schon flächendeckend in mehr oder weniger großen Beständen etabliert.

Herkulesstaude

Japanknöterich - breitet sich an trockenen und feuchten Stanorten aus. Durch die Klimaerwärmung jetzt auch in höheren Lagen mit großem Ausbreitungsdrang vor allen Dingen an Bach- und Flussläufen aber
auch an Wegen und auf Brachland. Im Landkreis Vulkaneifel bisher noch an abgegrenzten Standorten.Japanknöterich

Kanadische Goldrute - ist auf Ruderalflächen weit verbreitet. Im Landkreis Vulkaneifel nur vereinzelt in freier NaturKanadische Goldrute anzutreffen.

Beifußambrosie ist eine relativ neue Problempflanze, die sich bei uns vor allen Dingen durch verunreinigtes Saatgut und Vogelfutter ausbreitet. Daher sollte Vogelfutter wie Meisenknödel nicht in freier Natur ausgebracht werden. Im Sommer unter dem Winterfutterplatz auf das Aufkeimen der Beifußambrosie achten und diese vor den Blütenbildung entfernen.

Beifußambrosie

 

Jeder Bürger kann dabei helfen zu verhindern, dass  invasive Arten unsere heimischen Pflanzen verdrängen.
Beachten Sie daher bitte die folgenden Hinweise:

  • Entsorgen Sie keine Gartenabfälle in der Natur insbesondere am Bachufer, im Wald oder auf Brachflächen. Von dort können sich die Arten sehr schnell verbreiten.
  • Vermeiden Sie die Kultivierung dieser Pflanzen in Ihrem Garten, besonders in bachnähe . Wasser transportiert Samen und Rhizome und eine Verbreitung kann nicht gestoppt werden.
  • Beim Mulchen von Flächen die mit den beschriebenen Arten bewachsen sind ist darauf zu achten, dass die Geräte  besonders gründlich gesäubert werden, damit keine Samen oder Rhizome auf bisher unverseuchte Flächen übertragen werden können.
  • Wird Mähgut von solchen Flächen abtransportiert, so ist bei der Entsorgung sicherzustellen, dass keine weitere Ausbreitung stattfindet.
  • Bei der Kompostierung sollte eine Temperatur von mindestens 70 Grad Celsius erreicht werden, damit alle Pflanzenteile absterben. Günstig ist eine Verwertung in Biogasanlagen.
  • Sprossteile des Japanknöterichs sollten verbrannt werden.
  • Sollten sich einzelne Pflanzen auf Ihrem Grundstück angesiedelt haben, entfernen Sie sie bitte möglichst vor der Blüte und entsorgen Sie sie verpackt in einem Kunststoffbeutel im Restmüll.
  • Bei größeren Beständen ist fachliche Hilfe erforderlich.


Bundesamt für Naturschutz: www.floraweb.de/neoflora

Bei Fragen zu diesem Thema helfen wir Ihnen gerne mit fachlichen Informationen weiter.

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