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Programm Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa)

Ziel des Programms ist der Ausgleich von Einkommensverlusten durch die Einführung und Beibehaltung besonders umweltschonender Erzeugungspraktiken zu Gunsten des Umwelt- und Verbraucherschutzes.

Bei dem PAULa handelt es sich um das Nachfolgeprogramm des bisherigen FUL. Die Programmteilnehmer verpflichten sich zur Einhaltung bestimmter zusätzlicher Verpflichtungen über einen Zeitraum von 5 Jahren und erhalten hierfür einen finanziellen Ausgleich. Die Verpflichtung beginnt generell am 1. Januar des auf die Antragstellung folgenden Jahres und endet am 31. Dezember des 5. Verpflichtungsjahres.

Die Antragstellung erfolgt in der Regel jährlich, wobei der Antragszeitraum sowie die beantragbaren Programmvarianten von dem fachlich zuständigen Ministerium bekannt gegeben werden. Hierüber informieren wir rechtzeitig über die örtlichen Medien sowie an dieser Stelle.

Kulturlandschaft im Landkreis Vulkaneifel; Foto: Torsten WeberUm den unterschiedlichen Produktionsformen Rechnung zu tragen und die Programmteilnahme einem möglichst großen Teilnehmerkreis zu eröffnen, gliedert sich das PAULa in insgesamt 14 Programmvarianten. Diese zielen auf unterschiedliche Produktionszweige ab und verfolgen verschiedene ökologische beziehungsweise naturschutzfachliche Ziele.

Detaillierte Informationen sowie die entsprechenden Grundsätze des Landes Rheinland-Pfalz, in denen die jeweiligen Bewirtschaftungsauflagen aufgeführt sind, finden Sie auf der Internetseite des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinhessen – Nahe – Hunsrück (siehe Dokumente / Links)

Zur Vereinfachung stellen wir Ihnen die Programmvarianten, die im Landkreis Vulkaneifel beantragbar sind, kurz vor. Verbindlich sind jedoch immer die in den jeweiligen Grundsätzen des Landes Rheinland-Pfalz aufgeführten Bewirtschaf-tungsauflagen:

Programmteil I: Ökologische Wirtschaftsweise im Unternehmen

Es erfolgt eine Förderung der Einführung und Beibehaltung von ökologischen Erzeugungspraktiken im Sinne der Verordnung (EG) 2092/91 (EU-Öko-Verordnung) auf allen Betriebsflächen. Die Programmteilnehmer verpflichten sich, ihren gesamten Betrieb auf ökologische Produktionsverfahren umzustellen und diesen jährlich von einer staatlich anerkannten Kontrollstelle überprüfen zu lassen. Vor einer Programmteilnahme ist eine intensive fachliche Beratung erforderlich.

Hierzu wurde in Rheinland-Pfalz das „Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau“ eingerichtet.   Logo Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau  

Beihilfesatz: 200 €/ha Acker- und Grünland in den ersten 2 Einführungsjahren;  120 €/ha Acker- und Grünland in den 3 Folgejahren

 

Programmteil II: Umweltschonende Wirtschaftsweise im Unternehmen

Alle im Betrieb bewirtschafteten Ackerflächen müssen in die Förderung eingebracht werden.

Diese Ackerflächen müssen im fünfjährigen Verpflichtungszeitraum mindestens einmal mit einer Blattfrucht sowie einmal mit einer Sommerfrucht bestellt werden. Weiterhin sind bestimmte Anbaupausen einzuhalten. So ist der Anbau von Mais nur alle drei Jahre auf der jeweiligen Fläche zulässig, Winterweizen und Wintergerste dürfen nicht in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf einer Fläche angebaut werden.

 

Acker bei Niederstadtfeld; Foto: Markus SchneiderFerner müssen Bodenschutzmaßnahmen im Herbst vor dem Anbau von Sommerungen vorgenommen werden. Hier stehen den Programmteilnehmern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die jährlich gewechselt werden können.

Möglich sind der Zwischenfruchtanbau und die Stoppelbrache nach der Getreideernte, die Selbstbegrünung oder die Stoppelbrache nach der Körnerleguminosen- und Ölsaatenernte sowie die Mulchverfahren bei Mais und Zuckerrüben. Die durchgeführten Bodenschutzmaßnahmen sind in einer sogenannten Schlagkartei aufzuzeichnen.

Weiterhin ist der Einsatz von Wachstumsreglern im Getreidebau nicht zulässig. Der zu Beginn der Verpflichtung vorhandene Umfang an Dauergrünlandflächen darf nicht verringert werden (kein Umbruch von Dauergrünland).

Beihilfesatz:

  • 70 € je Hektar

Programmteil III: Umweltschonende Grünlandbewirtschaftung im Unternehmen

Generell werden alle im Betrieb vorhandenen Dauergrünlandflächen gefördert. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Ackerflächen in Dauergrünland umzuwandeln.

Fördervoraussetzung ist, dass im Betrieb mindestens 15 Hektar Dauergrünland (im Fall der Damtierhaltung mindestens 6 Hektar) bewirtschaftet werden. Weiterhin ist die Einhaltung einer Viehbesatzdichte von mindestens 0,30 und maximal 1,40 Großvieheinheiten je Hektar Futterfläche (hierzu zählen neben den Grünlandflächen auch mit Ackerfutter bestellte Flurstücke) an jedem Tag des Verpflichtungszeitraums zu beachten.

Dauergrünland im Landkreis Vulkaneifel; Foto: Torsten WeberFerner ist der Anbau von Mais im gesamten Unternehmen nicht zulässig. Der zu Beginn der Verpflichtung vorhandene Umfang an Dauergrünlandflächen darf nicht verringert werden (kein Umbruch von Dauergrünland). Weiterhin ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den Dauergrünlandflächen nicht möglich.

Beihilfesatz:

  • 70 € je Hektar Dauergrünland
  • 200 € je Hektar Umwandlungsfläche

Programmteil IV: Vertragsnaturschutz Grünland

Ziel ist der Schutz und die Erhaltung einzelner, besonders artenreicher Dauergrünlandflächen, zum Beispiel durch die Einhaltung bestimmter Nutzungszeiträume oder den Verzicht auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Die zu fördernden Flächen müssen naturschutzfachlich geeignet sein, d.h. vor einer Programmteilnahme erfolgt eine Begutachtung der beantragten Flurstücke durch einen vom Land Rheinland-Pfalz beauftragten Fachberater. Je nach Artenreichtum kann eine Förderung in den Untervarianten „Mähwiesen und Weiden“ oder „Artenreiches Grünland“ erfolgen. Die Bewirtschaftungsauflagen der Untervariante „Mähwiesen und Weiden“ sind weniger streng, jedoch ist hier auch der Fördersatz niedriger als bei der Untervariante „Artenreiches Grünland“.

Zusätzlich können sogenannte Zusatzmodule, insbesondere in Form von abweichenden Bewirtschaftungszeiträumen, vereinbart werden.

 artenreiche Wiese im Landkreis Vulkaneifel; Foto: Torsten WeberMit Verpflichtungsbeginn 01.01.2009 ist auch die Beantragung der sogenannten „Kennartenprogramme“ des Vertragsnaturschutzes Grünland möglich. Voraussetzung für eine Programmteilnahme ist das Vorkommen festgelegter, besonders schützenswerter Arten. Ziel ist es, durch eine extensive Bewirtschaftung – ohne weitergehende Bewirtschaftungsauflagen – die Artenvielfalt auf der Fläche zu erhalten bzw. zu erhöhen.

 

Beihilfesatz:

  • 140 € je Hektar Mähwiesen und Weiden
  • 145 € je Hekar Zusatzmodul Mähwiesen und Weiden
  • 175 € je Hektar Artenreiches Grünland
  • 130 € je Hektar Zusatzmodul Artenreiches Grünland
  • 190 € je Hektar "Kennarten" Mähwiesen und Weiden
  • 225 € je Hektar "Kennarten" Artenreiches Grünland

Programmteil V: Umwandlung einzelner Ackerflächen in Grünland

Es erfolgt eine Förderung für die Umwandlung bisheriger Ackerflächen in extensiv genutztes Dauergrünland. Gefördert werden jedoch nur die folgenden fachlich festgelegten Zielflächen:

  • in Bodenordnungsverfahren ausgewiesene Zielflächen,
  • Flurstücke in festgelegten Überschwemmungsgebieten,
  • direkt an Gewässer der 1., 2. oder 3. Ordnung angrenzende Flurstücke,
  • Flächen in ausgewiesenen Wasserschutzgebieten,
  • Förderflächen der ehemaligen FUL – Grünlandvariante 4.

Beihilfesatz:

  • abhängig von der Ertragsmesszahl
  • 250 € je Hektar mindestens
  • 400 € je Hekar höchstens

Programmteil VII: Vertragsnaturschutz Acker

Dieser Programmteil untergliedert sich in zwei Untervarianten. Generell gilt, dass die ausgewählten Förderflächen naturschutzfachlich geeignet sind, d.h. vor einer Programmteilnahme erfolgt eine Begutachtung der beantragten Flurstücke durch einen vom Land Rheinland-Pfalz beauftragten Fachberater:

1. Variante "Lebensraum Acker"
Auf höchstens 10 % der mit der Getreide als Hauptkultur bestellten Ackerflächen des Unternehmens sind mindestens 5 und höchstens 20 Meter breite Getreidestreifen mit Sommer- oder Wintergetreide einzusäen. Diese Getreidestreifen können über die Dauer des Verpflichtungszeitraums jährlich gewechselt werden. Pflanzenschutzmittel dürfen auf den Ackerrandstreifen nicht ausgebracht werden. Ziel dieser Untervariante ist es, Rückzugsflächen für wildlebende Tiere zu schaffen.

Ackerwildkräuter Feld-Rittersporn und Klatschmohn; Foto: Torsten Weber

2. Variante "Ackerwildkräuter"
Im Gegensatz zu der Programmvariante „Lebensraum Acker“ werden hier über den kompletten Verpflichtungszeitraum festgelegte, mindestens 5 und höchstens 20 Meter breite, Ackerrandstreifen angelegt. Die Einsaat hat mit Sommer- oder Wintergetreide zu erfolgen. Weiterhin ist jährlich eine krumentiefe Bodenbearbeitung auf dem gesamten Ackerfläche vorzunehmen. Dünge- und Pflanzenschutzmittel dürfen auf dem Ackerrandstreifen nicht eingesetzt werden. Ziel dieser Untervariante ist der Schutz bedrohter Ackerwildkräuter.

Beihilfesatz:

  • 220 € je Hektar "Lebensraum Acker"
  • 650 € je Hektar "Ackerwildkräuter"

Programmteil VIII: Mulchverfahren im Ackerbau

Es erfolgt eine Förderung der Mulchsaat von Sommerungen, wobei die Programmteilnehmer mindestens 5 % ihrer Gesamtackerfläche einbringen müssen. Eine Verpflichtung, alle mit Sommerrungen bestellten Flächen in einer Verpflichtung zu unterwerfen, besteht jedoch nicht.

Die Programmteilnehmer können jährlich zwischen einer Mulchsaat mit Zwischenfruchtanbau sowie einer Mulchsaat mit Stoppelbrache wählen.

Im Fall des Zwischenfruchtanbaus hat die Saat der Zwischenfrucht bis spätestens 15. September des Jahres vor der Saat der Sommerung zu erfolgen. Eine pfluglose Bodenbearbeitung darf frühestens am 01. Januar (beim Anbau von Mais 21. Januar) des auf die Saat der Zwischenfrucht folgenden Jahres vorgenommen werden.

reifes Getreidefeld bei Niederstadtfeld; Foto: Markus Schneider

Eine Mulchsaat mit Stoppelbrache kann nur mit Getreide als Vorfrucht vorgenommen werden. Das Stroh sollte nach der Getreideernte gehäckselt und gleichmäßig auf der Fläche verteilt werden. Eine pfluglose Bodenbearbeitung darf frühestens ab dem 01. Oktober des Jahres vor der Einsaat der Sommerung erfolgen.

Beihilfesatz:

  • 50 € je Hektar Mulchverfahren mit Stoppelbrache
  • 120 € je Hektar Mulchverfahren mit Zwischenfruchtanbau

Programmteil IX: Anlage von Saum- und Bandstrukturen

Auf höchstens 10 % des Umfangs der Ackerflächen des Unternehmens sind mindestens 5 und höchstens 20 Meter breite Streifen mit einer vorgegebenen (ein- oder mehrjährigen) Begrünungsmischung einzusäen. Die eingebrachten Flächen dürfen nicht gedüngt werden. Weiterhin ist hierauf die Anwendung von chemischen oder mechanischen Unkrautbekämpfungsverfahren nicht zulässig. Es besteht jedoch die Verpflichtung, beim Auftreten unerwünschte Konkurrenzpflanzen (z.B. Flughafer, Distel), einen Schröpfschnitt durchzuführen.

Saum- und Bandstruktur; Foto: Fritz Mossel

Mehrjährige Begrünungsmischungen müssen jährlich in einem Umfang von 50 bis 70 % gemäht oder gemulcht werden. Bei der Einsaat von einjährigen Begrünungsmischungen entfällt diese Pflegeverpflichtung.

 

 

 

Programmteil XII: Alternative Pflanzenschutzverfahren

Im Landkreis Vulkaneifel kann eine alternative Bekämpfung des Maiszünslers beantragt werden. Diese erfolgt über den Einsatz von Trichogramma- Schlupfwespenpuppen, welche auf den beantragten Maisschlägen gleichmäßig ausgebracht werden. Eine chemische Bekämpfung des Maiszünslers ist nicht zulässig.

Beihilfesatz:

  • abhängig von der Ertragsmesszahl
  • 400 € je Hektar mindestens
  • 650 € je Hektar höchstens

Programmteil XIV: Vertragsnaturschutz Streuobst

Gefördert wird die Neuanlage und Pflege von Streuobstbeständen, wobei eine Förderung pro neu angelegtem bzw. bestehendem Baum erfolgt. Zusätzlich ist eine Programmteilnahme am Programmteil IV „Vertragsnaturschutz Grünland“ hinsichtlich des Grünlandunterbaus möglich.

Generell gilt, dass die ausgewählten Förderflächen naturschutzfachlich geeignet sind, d.h. vor einer Programmteilnahme erfolgt eine Begutachtung der beantragten Flurstücke durch einen vom Land Rheinland-Pfalz beauftragten Fachberater.

Im Fall der Neuanlage sind regionaltypische Hochstammobstbäume zu pflanzen, die nach der Pflanzung eine Mindeststammhöhe von 1,60 Metern aufweisen. Die Pflanzung der Bäume erfolgt aufgrund eines Pflanzplans des Fachberaters, wobei ein Mindestbaumabstand von 10 Metern einzuhalten ist. Neu anzulegende Streuobstflächen müssen im ersten Verpflichtungsjahr eine Bestandsdichte zwischen 35 und 60 Bäumen je Hektar aufweisen. An den gepflanzten Bäumen sind Pflanz- und Erziehungsschnitte vorzunehmen. Die Baumscheiben sind während der ersten 5 Verpflichtungsjahre offen, das heißt frei von Bewuchs zu halten. Weiterhin sind die Jungbäume bei der Pflanzung durch geeignete Maßnahmen gegen Wildverbiss bzw. Nutztierverbiss abzusichern. Die Verwendung mineralischer Dünger und die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sind nicht zulässig. Abgestorbene Bäume müssen auf eigene Kosten ersetzt werden.

Streuobstwiese bei Mürlenbach; Foto: Torsten Weber

Bestehende Streuobstbestände können in eine Förderung aufgenommen werden, wenn sie zum Zeitpunkt der Antragstellung eine Mindestbaumbesatzdichte von 15 Bäumen und maximal 60 Bäumen aufweisen. Die Sicherung der Bestände ist durch sachgerechte Pflege zu gewährleisten. Eine Baumbeseitigung während des Verpflichtungszeitraums ist nicht zulässig. Die Bäume müssen gegen mögliche Verbissschäden und landwirtschaftliche Nutztiere geschützt werden. Dünge- und Pflanzenschutzmittel dürfen nicht eingesetzt werden.

Beihilfesatz:

  • 5,50 € je neu gepflanztem Baum jährlich
  • 4,00 € je gepflegtem Baum jährlich
  • 48,00 € je neu gepflanztem Baum einmalig
  • 50,00 € je Sanierungsschnitt einmalig


Die Programmteile

VI: Grünlandbewirtschaftung in den Talauen der Südpfalz
X: Umweltschonender Steil- und Steilstlagenweinbau
XI: Vertragsnaturschutz Weinberg
XIII: Biotechnische Pflanzenschutzverfahren im Weinbau

können im Landkreis Vulkaneifel nicht beantragt werden.

 

Dokumente / Links:

Zuständig