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Das Veterinäramt informiert: Information zur Infektion mit der Blauzungenkrankheit

 

Die Blauzungenkrankheit - Was bedeutet das für den Landkreis Vulkaneifel?

Was ist passiert?
Am 12.12.2018 wurde im Landkreis Raststatt ein Fall der Blauzungenkrankheit Serotyp 8 amtlich festgestellt. Am 10.01.2019 wurde ein Fall von Blauzungenkrankheit (BTV) Serotyp 8 in Wincheringen, Kreis Trier Saarburg festgestellt. Das schon im Dezember eingerichtete Sperrgebiet wurde u.a. auf ganz Rheinland-Pfalz ausgedehnt (Sperrverfügung des Landesuntersuchungsamtes vom 11.01.2018).
Auch der Landkreis Vulkaneifel ist somit ab dem 15.01.2019 BTV-8-Sperrgebiet für Rinder, Schafe, Ziegen und gehaltene Wildwiederkäuer. Das Sperrgebiet muss mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden.

Was ist die Blauzungenkrankheit?
Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease - BT) ist eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder. Ziegen, Neuweltkameliden (u.a. Lamas, Alpakas) und Wildwiederkäuer sind für die BT ebenfalls empfänglich. Das Virus wird nicht direkt von Tier zu Tier übertragen, sondern über kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) der Gattung Culicoides. Es ist aber auch eine intrauterine Übertragung möglich.
Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen nicht gefährlich.

Wie erkenne ich Blauzungenkrankheit?
Mögliche klinische Anzeichen der Blauzungenkrankheit sind insbesondere:
Rinder: Beim aktuellen BTV8-Geschehen zeigen sich derzeit nur sehr selten klinische Anzeichen wie Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien; Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls sowie Blasen am Kronsaum.
Schafe: 7-8 Tage nach der Infektion erste Anzeichen der Erkrankung: erhöhte Körper-temperatur, Apathie und Absonderung von der Herde; bald nach Anstieg der Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an; vermehrter Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul; die Zunge schwillt an und kann aus dem Maul hängen; Verfärbung der Zunge ist sehr selten und nur bei hochempfänglichen Schafrassen zu erwarten; geröteter und schmerzhafter Kronsaum; Lahmheiten; Aborte.
Ziegen: Oft sind keine oder nur sehr schwache Anzeichen (s. Schafe) sichtbar.

Wie schütze ich meinen Bestand?
Wir als Veterinäramt empfehlen die Impfung von empfänglichen Tieren gemäß den Empfehlungen der Impfstoffhersteller. Bitte informieren Sie sich hierzu bei ihrem bestandsbetreuenden Tierarzt.

Welche Bedingungen gelten für das Verbringen?
Beim innerstaatlichen Verbringen empfänglicher Tiere innerhalb der Sperrzone
muss für Zucht-/Mast- und Schlachttiere eine Tierhaltererklärung (diese ist unten im Downloadbereich verfügbar) ausgefüllt werden.
Diese ist bei Schlachttieren bei der Ankunft der Tiere am Schlachthof dem amtlichen Tierarzt, sowie bei Zucht- und Nutztieren dem Tierhalter am Bestimmungsort zu übergeben. Diese bewahren die Tierhaltererklärung mindestens 5 Jahre auf und sind verpflichtet, diese der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.

Regelungen zur Verbringung von BTV-empfänglichen Tieren aus Betrieben in Restriktionsgebieten in andere Bundesländer (innerstaatliches Verbringen aus Sperrgebiet in ein freies Gebiet) (Quelle: LAVES, Stand Januar 2019)

Alle Rinder, Schafe, Ziegen, Gatterwild, sowie deren Sperma, Eizellen und Embryonen im Sperrgebiet unterliegen Auflagen zu deren Verbringung.

Beim Verbringen empfänglicher Tiere aus der Sperrzone in freie Gebiete innerhalb Deutschlands bestehen gemäß Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der VO (EG) Nr. 1266/2007 i. V. m. einer Risikobewertung des FLI vom 21.12.2018 folgende Optionen, die mit BMEL und den Ländern abgestimmt worden sind*:

Option zu verbringende Tiere  Verbringung möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: 
 1 Geimpfte Tiere ab einem Alter von drei Monaten

Grundimmunisierung nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT

Wiederholungsimpfungen gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT wurdenjeweils innerhalb von einem Jahr durchgeführt**

Einhaltung von 60 Tage Wartezeit nach Abschluss der Grundimmunisierung vor dem Verbringen

 2  Geimpfte Tiere ab einem Alter von drei Monaten

Grundimmunisierung nach Angaben d. Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT

Nach 35 Tagen Wartezeit nach Abschluss der Grundimmunisierung negative virologische Untersuchung der zu verbringenden Tiere mittels PCR (aus EDTA-Blut)

 

3

 Kälber bis zum Alter von drei Monaten von geimpften Kühen mit Biestmilchverabreichung

Grundimmunisierung der Mutterkuh nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT, wobei diese vier Wochen vor dem Abkalben abgeschlossen sein muss

Wiederholungsimpfungen gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT wurden jeweils innerhalb von einem Jahr durchgeführt*

Das Kalb muss innerhalb der ersten Lebensstunden Kolostralmilch der Mutter erhalten

Bestätigung dieser Voraussetzungen durch Tierhaltererklärung Kälber des Tierhalters

 4   Zucht- / Nutztiere ohne gültigen Impfschutz
(Diese Regelung gilt vorläufig nur bis zum 28.02.2019) 

negative Untersuchung auf BTV-8 mittels PCR (aus EDTA-Blut) innerhalb von sieben Tagen vor dem Verbringen; Eintragung des negativen Untersuchungsergebnisses in HIT durch das Untersuchungsamt

Behandlung mit Repellent vom Zeitpunkt der Untersuchung bis zum Verbringen nach Herstellerangaben

handschriftliche Bestätigung des Tierhalters auf dem Untersuchungsantrag für PCR-Untersuchung, dass die Repellentbehandlung durchgeführt wird

 5  Schlachttiere ohne gültigen Impfschutz 

Tiere werden ausschließlich zum Schlachten verbracht

Bestätigung des Freiseins von Anzeichen der Blauzungenkrankheit durch den Tierhalter mittels Tierhaltererklärung Schlachttiere, die dem amtlichen Tierarzt am Schlachthof zu übergeben ist


*Übersicht zu den Verbringungsregelungen: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.
**eine verzögerte Nachimpfung (z. B. durch Nicht-Verfügbarkeit des Impfstoffes) wird bis zu einem Zeitraum von maximal drei Monaten Verzögerung als Auffrischung toleriert.

Für die weiteren in Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe a i. V. m. Anhang III der VO (EG) Nr. 1266/2007 geregelten Ausnahmemöglichkeiten zum Verbringungsverbot aus dem Sperrgebiet fehlen derzeit die Voraussetzungen.

Konform dem Vorgehen beim innerstaatlichen Verbringen innerhalb der Sperrzone ist auch hier die ausgefüllte Tierhaltererklärung bei Schlachttieren bei der Ankunft der Tiere am Schlachthof dem amtlichen Tierarzt, sowie bei Zucht- und Nutztieren dem Tierhalter am Bestimmungsort zu übergeben. Diese bewahren die Tierhaltererklärung mindestens 5 Jahre auf und sind verpflichtet, diese der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.


Die Tierhaltererklärungen können Sie hier downloaden:

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Landesuntersuchungsamtes verfügbar.

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