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Sitzung der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (LAG)

Was hat ein Herzinfarkt mit Gender zu tun?

Am 28. April 2021 fand die Frühjahrssitzung der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten als Videokonferenz statt. Die Tagesordnung beinhaltete umfangreiche Informationen aus dem Ministerium und den Netzwerken und einen Rückblick auf die Landtagswahlen. Im Mittelpunkt der Sitzung stand ein Antrag der rheinland-pfälzischen LAG an die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BAG). Der Antrag fordert die Berücksichtigung von Genderaspekten in der Medizin, in der Wirtschafts- und der naturwissenschaftlich-technischen Forschung.
Der Gender Pay Gap ist inzwischen allen bekannt, aber wer kennt das Ausmaß des Gender Data Gap? In fast allen Lebens- und Forschungsbereichen werden überwiegend Daten von Männern erhoben und verwendet. Die hieraus gezogenen Erkenntnisse und Maßnahmen können sich jedoch auf das Leben und die Gesundheit von Frauen völlig anders auswirken und stellen eine wenig beachtete Diskriminierung dar.
Medikamente beispielsweise wirken im weiblichen Körper oft anders als im männlichen und Symptome zeigen sich auf unterschiedliche Weise. „Bekanntes Beispiel sind die unterschiedlichen Anzeichen eines Herzinfarktes bei Frauen und Männern“, erläutert Gabriele Kretz, eine der gewählten Sprecherinnen der LAG den Antrag. „Ähnliches gilt in Planung und Architektur, z.B. bei Toilettenplanungen in öffentlichen Gebäuden oder gläsernen Treppen und Aufzügen, die zwar schön anzusehen sind, jedoch für Rockträgerinnen eine Zumutung“, so
Gabriele Kretz weiter.
Deswegen fordert die LAG eine angemessene geschlechtsspezifische, wissenschaftliche Datenerfassung, eine standardmäßige Differenzierung der Daten von Frauen und Männern in allen Studien. Der Antrag, der auch die neu gegründete Bundesstiftung Gleichstellung mit in die Verantwortung nimmt, wurde einstimmig angenommen und wird bei der Jahrestagung der BAG im August diesen Jahres eingebracht.

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