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Gesundheitsversorgung im Landkreis Vulkaneifel - Musterprojekt

Auch in Zukunft medizinisch gut versorgt

 

Sicherstellung einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung – dieser Herausforderung stellt sich der Landkreis Vulkaneifel in einem Musterprojekt seit Frühjahr 2014. Unterstützt wird er hierbei von der Arbeitsgemeinschaft Hans-Joachim Schade und Prof. Dr. Rainer Winkel, Wiesbaden.
Trotz des sich seit Jahren abzeichnenden Bevölkerungsrückganges steigt der Versorgungsbedarf. Gründe hierfür sind u. a. eine immer älter werdende Gesellschaft und der Wunsch der älteren Mitbürger/innen, bis ins hohe Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Infolge der demografischen Veränderungen steigt die Zahl der Patienten, die altersbedingt häufig an mehreren, oft schweren Erkrankungen leiden, stetig an, sodass der Allgemeinmedizin und der Pflege eine wesentliche Bedeutung zukommt. Darüber hinaus wird die Versorgungssituation durch bevorstehende Ruhestandseintritte der Hausärzte noch verschärft. Bspw. gehen innerhalb der nächsten zwei Jahre die beiden Kinderärzte in Ruhestand und in 10 Jahren wird sich die Zahl der niedergelassenen Ärzte halbiert haben.

Damit die Bürger/innen auch in Zukunft medizinisch und pflegerisch gut versorgt sind, hat die Kreisverwaltung Vulkaneifel es sich zur Aufgabe gemacht, ein bedarfsorientiertes, von allen Akteuren im Landkreis getragenes, innovatives Versorgungsmodell zu entwickeln.
In einem ersten Handlungsschritt wurde gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft eine Analyse der Ist-Situation und der Entwicklungsperspektiven im Landkreis durchgeführt. Darauf aufbauend wurden sog. Runde Tische mit Akteuren aus dem Gesundheitsbereich gebildet. So haben am ersten Runden Tisch Fach- und Klinikärzte, am zweiten Runden Tisch Leistungsträger der stationären und ambulanten Pflege und Seniorenversorgung und am dritten Runden Tisch Allgemeinmediziner/innen teilgenommen. Der vierte Runde Tisch hat mit Haus- und Fachärzten, Akteuren aus dem pflegerischen Bereich, Dienstleistern aus dem Gesundheitswesen sowie mit je einem Vertreter des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und der Bezirksärztekammer Trier stattgefunden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden erste Konzeptüberlegungen, die auf Grundlage der vorangegangenen Runden Tische und zahlreicher Gesprächen mit und zwischen den Akteuren erarbeitet wurden, vorgestellt. Nun sollen thematische Arbeitskreise mit kooperationsbereiten Akteuren gebildet werden.

Das Projekt zeigt, dass eine nachhaltige und gute Gesundheitsversorgung im Landkreis nur erreicht werden kann, wenn die betroffenen Akteure zusammengeführt werden und eine innerärztliche Vernetzung erfolgt. Denkbar wäre bspw. die Hausarztpraxis als zentralen Ort der Versorgung durch den Einsatz von dauerbetreuenden Versorgungsassistentinnen (VERAH) zu stärken. „VERAH“ ist eine Weiterbildungsmaßnahme für die Medizinische Fachangestellte in der Hausarztpraxis, die den Hausarzt/die Hausärztin durch qualifizierte Unterstützungsleistungen (z.B. Impfungen, Wundmanagement, Heim- und Hausbesuche) entlasten kann. Zudem können „VERAH‘s“ auch die Funktion des Vermittlers zwischen Patienten und den Leistungsträgern/Einrichtungen des Gesundheitswesens (z.B. Pflege, Physiotherapie, Apotheke und dem Entlassungs- und Einweisungsmanagement mit den Krankenhäusern) übernehmen.

Eine zentrale Rolle kommt hier auch der regionalen Vernetzung, insbesondere einem Praxisnetzwerk für eine optimale Heim- und Hausbesuchsversorgung, ggf. nach Krankheitsbildern wie Diabetes, Schlaganfall oder Rheuma, zu. Ein solches Netzwerk ist unter Einbeziehung von Haus- und Fachärzten, Pflege, Entlassungsmanagement Krankenhäusern, Physiotherapie und Apotheken zu erarbeiten.

Landrat Heinz-Peter Thiel äußert sich zu dem Projekt wie folgt: "Wir sind auf einem guten Weg und mit dem deutlich spürbaren Willen der Akteure werden wir ein bedarfsgerechtes und von allen getragenes Konzept entwickeln, mit dem es uns gelingen muss, die Gesundheitsversorgung im Landkreis weiterhin stabil und auf einem passenden lebenswerten funktionalen Niveau sicherzustellen.“

 

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