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„De Lump op da Kasselbuasch“ und „De Wulf den sungen wullt“

Mit Jule Wiesner und Sara Christine Schmitz gibt es gleich zwei Gewinnerinnen beim Mundartwettbewerb 2024

Jule Wiesner aus Neroth und Sara Christine Schmitz aus Eckfeld sind die diesjährigen Gewinnerinnen beim Mundartwettbewerb des Landkreises Vulkaneifel. Die beiden 11-jährigen Schülerinnen waren in diesem Jahr die einzigen beiden Teilnehmenden beim von der Kreisbibliothek in Daun ausgerichteten Mundartwettbewerb.

Wie üblich fand auch in diesem Jahr im Anschluss an den Vorlesewettbewerb der alljährliche Mundartwettbewerb des Landkreises Vulkaneifel statt. Aufgabe war es zu den Wörtern „Kasselburg“, „Polizist“ und „Dieb“ eine Geschichte zu schreiben, diese in das Platt des jeweiligen Wohnortes zu übertragen und dann im Rahmen des Wettbewerbs in Platt vor Publikum vorzutragen. Die Jury bestehend aus Brigitte Bettscheider (pensionierte Lehrerin und freie Mitarbeiterin beim Trierischen Volksfreund), Dr. Tim Becker (Musik-, Sozial- und Kulturwissenschaftler. Mitbegründer und gemeinschaftlicher Leiter des Institut Denkunternehmung) und Alois Mayer (Heimatforscher und ehemaliger Direktor der Förderschule St. Laurentius in Daun) hatte ihre helle Freude beim Zuhören der Geschichten. 

Auch die Schulleiterin der Gastgebenden Schule am Pulvermaar in Gillenfeld, Monika Buhr-Schenk und der erste Kreisbeigeordnete Alois Manstein waren begeistert.

Jule Wiesner präsentierte ihre Geschichte „De Wulf den sungen wullt“ in Nerother Dialekt. Sie hatte neben einer schlüssigen und originellen Geschichte auch mit den verwendeten Ausdrücken in ihrer Geschichte punkten können. 

„Un Pelm, ob der Kasselburch, jof et ene Wulf, den unbedingt sungen wullt. En hat et offt alen versocht, awer et wollt net jeroden“, so beginnt die Geschichte. „Ene frehe Morjen, hat der Wulf sich ob jemach, hän wullt un de Welt un sunge liere!“ Daraufhin war man auf der Kasselburg nervös geworden und hatte die Polizei gerufen. Als der Wolf das mitbekommt, denkt er: „Su en Jedehn, die däten besser die Spitzbowen sicken, die de Jeldautomat un de Loft jahren. Weilen machen ech mech äwer flott ab…“. Unterwegs trifft der Wolf eine Maus und erzählt ihr „dat et him sein Anliejen wär, sungen zo liere. Die Mous lacht un sot:“ Dat kann ech dir de Novend, wenn et deister as, beibränge.“ Gesagt, getan. Und mit der Unterstützung der Maus kann der Wolf auf einmal singen. Die Maus zieht daher zum Ende der Geschichte folgendes Fazit:  “Mech bruchst dau net mi, jeder ene hot sein Talente unstäche, ma mos nur wosse wie ma se russ ketzelt.“

Sara Christine Schmitz begeisterte gleichermaßen die Jury mit ihrer Geschichte „De Lump op da Kasselbuasch“, die sie in Eckfelder Platt geschrieben und vorgetragen hat. Die Geschichte handelt von einem Ausflug „mat oosa Famillisch op da Kasselbuasch…. als mia en koomischen Maan bei de Viieln opifall aß.“ Sara Christine Schmitz ruft ihren Bruder dazu und gemeinsam beobachten sie den Mann, der „de schieenen Falk loo klauen“ will. „De Lump“ hat „seelenroiehch sainen Rucksack opiehmaach un en Schachtel mat kleenen Loftläächan dron rausiehhollt“ und den Falken „onn daat Schächtelchen verfracht“. Zum Glück hat der Bruder alles gefilmt, das Video einem Tierpfleger gezeigt, der es dem Chef der Kasselburg geschickt und damit einen stillen Alarm ausgelöst hat. Als der Dieb die Kasselburg verlassen will, kann der „Buaschheer en inna nem Viawand opphaalen.“ Als die Polizei kommt und dem Dieb das Handyvideo vorspielt, gibt dieser auf. Der Falke kann unverletzt aus dem Rucksack befreit werden. „Un mia düffen dat niest Moohl ohne zoh Bezollen en janzen Daach op da Kasselbuasch vaprengen! Watt en Daach!“

Beide Beiträge faszinierten die Jury so sehr, dass beschlossen wurde, dass beide Teilnehmerinnen sich in diesem Jahr den ersten Platz teilen dürfen. Kreisbeigeordneter Alois Manstein verkündete die Entscheidung der Jury im Platt seines Heimatdorfes Kerpen, gratulierte Sara Christine Schmitz und Jule Wiesner zu ihrem Sieg und überreichte ihnen eine Urkunde sowie ein kleines Präsent. Zum Abschluss bedankte er sich bei den Mitarbeiterinnen der Kreisbibliothek, Kerstin Koch und Martina Pauly, für die Organisation, bei den Mitgliedern der Jury  sowie bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

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