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Blauzungenkrankheit

Blauzungenkrankheit - was bedeutet das für den Vulkaneifelkreis?

Was ist passiert?
Nach  positiven Nachweisen von BTV8 in Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz im Dezember 2018 bzw. Januar 2019 wurde mit Sperrverfügung des Landesuntersuchungsamtes vom 11.01.2018 ganz Rheinland-Pfalz zum Sperrgebiet bezüglich BTV Serotyp 8 erklärt.
Im Oktober 2020 sind Fälle der Blauzungenkrankheit (BTV8) in Rheinland-Pfalz und im Saarland aufgetreten, die zur Folge haben, dass Rheinland-Pfalz noch lange BT-Restriktionsgebiet bleiben wird. Ein Sperrgebiet wird nach derzeitigem Stand für mindestens zwei Jahre nach dem letzten Nachweis aufrechterhalten.

Was ist die Blauzungenkrankheit?
Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease - BT) ist eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder. Ziegen, Neuweltkameliden (u.a. Lamas, Alpakas) und Wildwiederkäuer sind für die BT ebenfalls empfänglich. Das Virus wird nicht direkt von Tier zu Tier übertragen, sondern über kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) der Gattung Culicoides. Es ist aber auch eine intrauterine Übertragung möglich.
Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen nicht gefährlich.

Wie erkenne ich Blauzungenkrankheit?
Mögliche klinische Anzeichen der Blauzungenkrankheit sind insbesondere:
Rinder: Beim aktuellen BTV8-Geschehen zeigen sich derzeit nur sehr selten klinische Anzeichen wie Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien; Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls sowie Blasen am Kronsaum.
Schafe: 7-8 Tage nach der Infektion erste Anzeichen der Erkrankung: erhöhte Körpertemperatur, Apathie und Absonderung von der Herde; bald nach Anstieg der Körper-temperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an; vermehrter Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul; die Zunge schwillt an und kann aus dem Maul hängen; Verfärbung der Zunge ist sehr selten und nur bei hochempfänglichen Schafrassen zu erwarten; geröteter und schmerzhafter Kronsaum; Lahmheiten; Aborte.
Ziegen: Oft sind keine oder nur sehr schwache Anzeichen (s. Schafe) sichtbar.

Wie schütze ich meinen Bestand?
Wir als Veterinäramt empfehlen die Impfung von empfänglichen Tieren gemäß den Empfehlungen der Impfstoffhersteller. Bitte informieren Sie sich hierzu bei ihrem bestandsbetreuenden Tierarzt.

Impfung
Seit dem 11. November 2019 gibt es nun eine finanzielle Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und der Tierseuchenkasse zur BT-Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen.
Für Rinder beträgt die Beihilfe 1,50 EUR pro Impfung. Geimpft werden kann sowohl gegen BT-Typ 8 als auch gegen Typ 4. Das Land trägt von der Beihilfe 0,80 EUR, die Tierseuchenkasse 0,70 EUR pro Impfung. Für Schafe und Ziegen beträgt die Beihilfe 1,00 EUR pro Impfung (0,60 EUR Land/ 0,40 EUR TSK).  
Der Zuschuss ist unabhängig davon, ob es sich um Erstimpfungen oder Nachimpfungen handelt. Allerdings können keine Impfungen rückwirkend bezuschusst werden. Das Beihilfeprogramm ist definitiv erst am 11. November 2019 gestartet. Die EU-Gesetzgebung gebietet der Tierseuchenkasse, Beihilfen nur an Dienstleister und nicht direkt an die Tierhalter auszuzahlen. Das bedeutet, dass die Impftierärzte für Ihre Tierhalter Anträge stellen und die Beihilfe in Empfang nehmen müssen.
Eine detaillierte Beschreibung des Antragsvorganges finden Sie unter www.tierseuchenkasse-rlp.de/de/serviceleistungen.

Welche Bedingungen gelten für das Verbringen?
Die aktuellen innerstaatlichen Verbringungsregelungen können im unteren Download-Bereich eingesehen werden.
Ergänzend zum Merkblatt „Merkblatt BTV-8 Regelungen zum Verbringen empfänglicher Tiere gilt Folgendes (Änderung aufgrund Corona-Krise):


Folgender Beschluss wurde am 30.03.2020 von den Ländern angenommen und gilt ab dem 31.03.2020:
Das innerstaatliche Verbringen weniger als drei Monate alter Kälber ist unter folgenden Bedingungen möglich: 

  •  Muttertier mit abgeschlossener BTV8-Grundimmunisierung mind. 28 Tage vor der Geburt
       >  Die Grundimmunisierung hat nach Angaben des Impfstoffherstellers zu erfolgen.
       >  Die Impfungen sind in die HIT-Datenbank einzutragen.
       >  Wiederholungsimpfungen (Auffrischung) sind jeweils innerhalb eines Jahres erforderlich.

    und

  •  Das Kalb/die Kälber sind mit der Biestmilch des eigenen Muttertieres unmittelbar nach der Geburt getränkt worden.
        >  Die Biestmilchgabe ist durch eine unterschriebene Tierhaltererklärung nachzuweisen.


    Die Regelung gilt ab dem 31.03.2020

Es gibt verschieden Handelsabkommen mit anderen Mitgliedsstaaten:

Frankreich:
Für die Verbringung von BTV-empfänglichen Tieren aus der deutschen Sperrzone (BTV Serotyp 8) in die französische Sperrzone (BTV Serotypen 4 und 8) gelten dieselben Vorschriften wie für die Verbringung innerhalb der deutschen Sperrzone. Es ist die Tierhaltererklärung Sperrgebiet“ auszufüllen und mitzuführen. Dies gilt ebenso für Verbringungen von BTV-empfänglichen Tieren aus der deutschen Sperrzone (BTV Serotyp 8) in die schweizerische Sperrzone (BTV Serotyp 8). Dagegen hat die Verbringung von BTV-empfänglichen Tieren aus der französischen Sperrzone in die deutsche Sperrzone bis auf Weiteres nach den einschlägigen Vorschriften des Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 zu erfolgen.
Natürlich sind auch die weiteren, gültigen Verbringungs-Regelungen (Gesundheitsbescheinigung, TRACES, ....) zu beachten!

Niederlande
Seitdem 15.03.2019  kann für die Verbringung von unter 90 Tage alten Kälbern aus der deutschen Blauzungen-BTV-8 Restriktionszone in die Niederlande das unten stehende Memorandum  zur Anwendung kommen.
Wie in diesem Abkommen beschlossen dürfen unter 90 Tage alte Kälber unter den folgenden Voraussetzungen verbracht werden:
1.    Kälber sind frei von Virus der Blauzungenkrankheit
2.    Kälber sind gegen Angriffe durch den Vektor Culicoides geschützt
Demzufolge sind neben den gültigen allgemeinen Verbringungs-Regelungen die folgenden Vorgaben zu erfüllen:
1.    negative Untersuchung auf BTV-8 mittels PCR (aus EDTA-Blut) innerhalb von sieben Tagen vor dem Verbringen
2.    Behandlung mit Repellent (zugelassen für die Tierart und das Alter der Tiere) zum Zeitpunkt der Probennahme nach Herstellerangaben
3.    zusätzlich zum TRACES-Zertifikat eine amtstierärztliche Bestätigung über die Einhaltung vorgenannter Vorgaben (entsprechend dem Anhang zum Memorandum).

Belgien und Luxemburg
Deutschland, Belgien und Luxemburg
liegen im gleichen BTV8- Restriktionsgebiet.

Es gibt weitere Abkommen mit Italien und Spanien.

Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Auswirkungen der Corona-Krise:
Änderung der Bedingungen für die innerstaatliche Verbringung von Kälbern (s.o.)
Aussetzen der Blauzungen-Untersuchungen im ITSD

Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat die rheinland-pfälzische Landesregierung beschlossen, die Kapazität für Untersuchungen auf das Sars-Coronavirus 2 in den staatlichen Untersuchungslaboratorien zu erhöhen. Da das Landesuntersuchungsamt (LUA) in diese Maßnahme einbezogen ist, müssen im Institut für Tierseuchendiagnostik (ITSD) hierfür andere Untersuchungen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Dies betrifft insbesondere die Handelsuntersuchungen auf Blauzungenkrankheit.
Das bedeutet, dass Untersuchungen auf Blauzungenkrankheit (BT) zu Handelszwecken nur noch bis zum 9. April 2020, 10:00 Uhr, durchgeführt werden können und bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden müssen. Alle nach diesem Zeitpunkt eintreffenden Proben werden nicht mehr auf BT untersucht, sondern unschädlich beseitigt.
Die BT-Proben können direkt an private Labore gesendet werden, eine Weiterleitung von Proben durch das LUA erfolgt nicht. Die Untersuchungsergebnisse der Labore sind den Veterinärämtern zur Ausstellung der Handelsdokumente vorzulegen, dies kann auch über in HI-Tier eingestellten BT-Untersuchungsergebnisse erfolgen.

Das Landesuntersuchungsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass Kälber die bestehenden Bedingungen auch weiterhin erfüllen müssen, um verbracht werden zu können.
Da das Memorandum mit den Niederlanden weiterhin in der bekannten Form in Kraft ist, müssen die Kälber die vorgegebenen Bedingungen erfüllen, um verbracht werden zu können.

Bezuschussung der Untersuchung
Rheinland-Pfalz hat die Untersuchungen, die für das Verbringen von jungen Kälbern in andere EU-Staaten ja meist zwingend sind, bisher mit
70% bezuschusst. Das ist nur bei Rechnungsstellung durch das LUA an die TSK unter Anwendung der damit verbundenen automatisierten Kontrollmechanismen möglich. 

Mit dem Ende der Untersuchungen im LUA entfällt laut Mitteilung der Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz vom 02.04.2020 auch die Beihilfe zur BTV8-Untersuchung durch die Tierseuchenkasse.

Dokumente:

 

Weitere Informationen sind auf der Hompage des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz verfügbar.

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