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Schweinepest

 

Änderung der Monitoringverordnung auf Klassische Schweinepest
Mit der Änderungsverfügung vom 11.01.2020 hat das Landesuntersuchungsamt die in der „Tierseuchenrechtlichen Anordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Klassischen und der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen“ vom 08.08.2017 festgelegten Beprobungsmodalitäten bezüglich Klassischer Schweinepest (KSP) geändert.
Im Landkreis Vulkaneifel sind im Jahr 2020 nur noch 100 Proben zur Untersuchung auf die KSP einzusenden.

In Absprache mit dem Herrn Kreisjagdleiter Herrn Umbach wurden durch das Veterinäramt Vulkaneifel folgende Regelungen festgesetzt:

-    pro Hegering oder Forstamt sind 10 Proben im Jahr 2020 einzusenden
-    diese sind zu gleichen Teilen auf das erste und zweite Halbjahr zu verteilen
-    die Proben (Blut (Serum) oder bluthaltige Körperflüssigkeiten) sind von erlegten Wildschweinen unter 30 kg zu entnehmen und zusammen mit den Probenbegleitscheinen dem Landesuntersuchungsamt in Koblenz zu übersenden.

Wir bitten um Beachtung, dass weiterhin von jedem verendet aufgefundenem Wildschwein (Fallwild), Unfallwild, krank erlegtem oder beim Aufbruch auffälligem Wildschwein Proben zur Untersuchung auf die Klassische und Afrikanische Schweinepest zu entnehmen sind. Durch das Land Rheinland Pfalz wird für die Beprobung von Fallwild und -seit dem 01.01.2020- auch für die Beprobung von Unfallwild eine Prämie gezahlt.

Allgemeines zur Afrikanischen Schweinepest:    
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine ansteckende, virale Erkrankung von Haus- und Wildschweinen. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich.

Das Virus weist in der Umwelt eine sehr hohe Überlebensfähigkeit auf. ASP wird nicht zwischen Tier und Mensch übertragen und ist daher für den Menschen ungefährlich.
Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, z.B. über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren übertragen.
Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Rest von virushaltigen Speisen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Da das Virus außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, kann es auch durch Gegenstände wie z.B. Werkzeuge, Schuhwerk oder Kleidung, oder Transportfahrzeuge weiter verbreitet werden. Neben Landwirten, Tierärzten und Jägern ist auch die Gesamtbevölkerung (insbesondere Touristen) aufgerufen, das Risiko des Eintrags zu minimieren.
Die ASP ist die derzeit bedeutendste Schweinekrankheit in Europa. Ihre Bekämpfung unterliegt dem europäischen und nationalen Tierseuchenrecht.
Die Gefahr der Einschleppung der Seuche nach Deutschland wird als sehr hoch angesehen und hätte durch Restriktionen und Handelsverbote insbesondere für die Landwirtschaft katastrophale Folgen.

Belgien

Im September 2018 wurde erstmals das Virus in der Region Etalle in Belgien nachgewiesen. Es ist damit nah an die westdeutsche Grenze und damit auch an den Landkreis Vulkaneifel gerückt.
Belgien hat derzeit ein 63000 ha großes „infiziertes Gebiet“ ausgewiesen. In Belgien beschränkt sich die ASP weiter auf die Wildschweinpopulation. Es wurden bisher 765 Proben von Wildschweinen (Stand 31.03.2019) positiv getestet.
Ein infiziertes Wildschwein wurde im Norden der sogenannten Zone I (geringeres Risiko) des Restriktionsgebietes aufgefunden. Damit reicht die Tierseuche so dicht wie nie zuvor an die luxemburgische Grenze heran. Die Restriktionszonen wurden von Belgien nun angepasst. Frankreich hat an seiner belgischen Grenze einen ca. 100 km langen Doppelzaun gezogen. Hier soll eine sogenannte „Weiße Zone“ eingerichtet werden, d.h. dieser Bereich soll Schwarzwildfrei werden. Luxemburg erbaut einen ca. 8 km langen Zaun an der Grenze zu Belgien.

Osteuropa
Die ASP breitet sich weiter in den Osteuropäischen Staaten aus. In Polen, Litauen, Lettland und Ungarn wurden seit dem 01.01.2018 insgesamt bei mehreren Tausend Wildschweinen ASP nachgewiesen.
Tschechien hat sich gegenüber der OIE als frei von der ASP erklärt.


Fazit
Die ASP breitet sich sowohl über große Distanzen, als auch regional in den betroffenen Regionen weiter aus. Der Sprung über Deutschland hinweg zeigt, dass der Mensch als Vektor eine entscheidende Rolle spielt. Er deutet aber auch daraufhin, dass die in Deutschland gemeinsam von Tierhaltern, Verbänden, Jägerschaft und Behörden getroffenen Biosicherheitsmaßnahmen erfolgreich sind.
Um unsere Bestände auch weiterhin zu schützen, ist daher auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in Landwirtschaft und Jagd zu achten! Die bisherige Entwicklung des ASP-Geschehens zeigt, dass eine möglichst frühe Erkennung in Verbindung mit dem schnellen und konsequenten Umsetzen verschiedener Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen die Chance, die Tierseuche auszurotten, erhöht. Insbesondere die Beprobung von Fallwild/ Unfallwild/ krank erlegtem oder bei Aufbruch auffälligem Wild stellt hier eine effektive Methode zur Früherkennung dar. Wir empfehlen der Jägerschaft, Fallwild nach der Beprobung zu bergen und über die zur Verfügung gestellten Kadavertonnen zu entsorgen. Hier erteilen wir gerne Information und stehen auch gerne beratend zur Verfügung. Desinfektionssets für im Landkreis stattfindende Treibjagden zur Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen können weiterhin kostenfrei im Veterinäramt abgeholt werden
Wir möchten uns hiermit auch herzlich für das Interesse der Jägerschaft und der Tierhalter bezüglich der ASP im Allgemeinen, als auch deren Prophylaxe, sowie deren potentiellen Bekämpfung und die damit verbundene gute Zusammenarbeit bedanken!

Die vom Ministerirum für die Entsorgung von Fallwild zur Verfügung gestellten TBA-Container finden Sie an folgenden Standorten:

Wildannahmestelle Hühnerbach, Am Ring, Kelberg
Wildannahmestelle Walsdorf, Im Hirschstück, Walsdorf
Wildannahmestelle Salmwald, Forsthaus Waldfried, Birresborn-Rom

Da die Wildannahmestellen verschlossen sind, bitten wir Sie, Kontakt mit uns aufzunehmen, damit der Zugang zu den Containern und die Abholung durch Secanim gewährleistet sind.

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