Auf dem Weg zur Naturschutzstation im Landkreis Vulkaneifel

Daun, 23. Februar 2026 – Seit Juli 2025 ist der Landkreis Vulkaneifel Modellregion für den Aufbau einer Naturschutzstation. Mit der „Modell-Naturschutzstation Nord“ wird in einer zweijährigen Modellphase erprobt, wie kooperativer Naturschutz regional organisiert und dauerhaft verankert werden kann. Das Projekt wird für die Dauer von zwei Jahren zu 100 % durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) gefördert. Projektträger ist der Landkreis Vulkaneifel, der damit eine verlässliche organisatorische Basis schafft.

Von der Modellphase zur dauerhaften Naturschutzstation

Ziel der Modellphase ist es, tragfähige Strukturen für eine spätere Naturschutzstation aufzubauen. Perspektivisch soll diese von einem gemeinnützigen Trägerverein getragen werden, in dem die beteiligten Akteursgruppen – Landwirtschaft, Forst, Naturschutz und Kommunen – gleichberechtigt vertreten sind. Aktuell wird intensiv an den Grundlagen hierfür gearbeitet, unter anderem an der Ausgestaltung der Vereinsstruktur und einer Satzung.

„Naturschutz soll nicht verordnet, sondern gemeinsam und freiwillig entwickelt werden“, sagt Dr. Hendrik Albrecht, Projektleiter der Modell-Naturschutzstation. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Geschäftsstelle als zentrale Anlaufstelle in Daun eingerichtet

Mit Projektbeginn wurde eine eigene Geschäftsstelle eingerichtet, die derzeit bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel angesiedelt ist. Dort arbeiten Dr. Hendrik Albrecht und Christine Kewes, die wertvolle Erfahrungen aus einem Landschaftserhaltungsverband in Baden-Württemberg einbringt – einem dort etablierten Modell des kooperativen Naturschutzes. Gemeinsam koordinieren sie den Aufbau der Station und den Austausch zwischen den Akteuren.

Erste inhaltliche Schwerpunkte

Bereits parallel zum Strukturaufbau werden inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, vorbereitet und konkret angegangen:

  • Entwicklung einer Grünlandstrategie: Artenreiche, bunt blühende Wiesen sind wertvolle Lebensräume und prägende Elemente der Landschaft. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Nutzung und Naturschutz zusammen gedacht werden können, damit die bunten Wiesen langfristig erhalten bleiben.
  • Renaturierungsprojekt Salmwald: In Zusammenarbeit mit dem Forstamt Daun sollen im Staatswald Salmwald naturnahe Wald- und Feuchtlebensräume wiederhergestellt werden. Viele Flächen sind durch standortfremde Aufforstungen und Entwässerungsmaßnahmen stark verändert worden. Ziel ist es, den Wasserrückhalt zu verbessern und die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

 

Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

Die Modell-Naturschutzstation setzt bewusst auf Zusammenarbeit aller relevanten Akteursgruppen:

  • Land- und Forstwirtschaft kennen die Flächen und ihre Nutzung
  • Naturschutzverbände bringen fachliche Expertise und ehrenamtliches Engagement ein
  • Kommunen verbinden Maßnahmen mit regionaler Entwicklung

Diese Drittelparität schafft Vertrauen, Verlässlichkeit und Akzeptanz. Sie bildet die Grundlage für einen Naturschutz, der nachhaltig wirkt.

Beteiligung der Bevölkerung

Auch Befragungen im Rahmen des Kreisentwicklungskonzepts zeigten: den Menschen in der Vulkaneifel ist ihre Natur und Landschaft ein wichtiges Anliegen. Die Naturschutzstation versteht sich als Plattform, um unterschiedliche Erwartungen zu bündeln, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und Konflikte frühzeitig zu vermeiden.

Informationen & Social Media

Die Modell-Naturschutzstation informiert regelmäßig über ihre Arbeit:

  • Instagram: naturschutzstation.vulkaneifel
  • Facebook: Modell-Naturschutzstation Nord


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Dr. Hendrik Albrecht und Christine Kewes vor der Geschäftsstelle in Daun