Rund 100 Orts- und Stadtbürgermeisterinnen und -bürgermeister, Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher aus dem gesamten Landkreis sowie die Bürgermeister der Verbandsgemeinden sind am 5. Februar 2026 der Einladung der Kreisverwaltung Vulkaneifel zur Ortsbürgermeisterdienstbesprechung nach Daun gefolgt. Im Sitzungssaal der Kreisverwaltung informierte Landrätin Julia Gieseking über zentrale Zukunftsthemen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Informationen und Projekte aus der Kreisverwaltung, die für die Arbeit in den Städten und Ortsgemeinden von besonderer Bedeutung sind.
Aktuelle Themen aus der Kreisverwaltung
In einem allgemeinen Teil informierte Landrätin Gieseking über die wichtigsten Eckpunkte des Haushalts des Landkreises Vulkaneifel. Sie erläuterte, in welchen Bereichen der Landkreis investiert, wo die Hauptbelastungen liegen und wie die Haushaltsmittel den Bürgerinnen und Bürgern direkt zugutekommen.
Abteilungsleiter Mario Wellenberg stellte den Stand des digitalen Bauantrags vor. Nach einer Testphase können Bauanträge derzeit im sogenannten vereinfachten Verfahren digital eingereicht werden; ab März 2026 soll dies auch für das umfassende Verfahren möglich sein. Außerdem erläuterte er den „Bauturbo“, der Genehmigungsverfahren beschleunigen und die Kommunen entlasten soll.
Über aktuelle LEADER-Förderaufrufe informierte Markus Kowall von der LEADER-Geschäftsstelle. Auch Vertreter der Polizei Daun waren bei der Dienstbesprechung anwesend.
Vorstellung der Modell-Naturschutzstation Nord – Naturschutz regional verankern
Dr. Hendrik Albrecht, Leiter der neuen Modell-Naturschutzstation, stellte die Modell-Naturschutzstation Nord im Landkreis Vulkaneifel vor. Ziel ist der Aufbau einer regionalen Struktur, die als zentrale Ansprechpartnerin in Naturschutzfragen fungiert und Kommunen, Landnutzer sowie Naturschutzakteure unterstützt. Projektträgerin ist die Kreisverwaltung Vulkaneifel. Grundlage bildet ein drittelparitätisch besetzter Trägerverbund, in dem Kommunen, Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz gleichberechtigt zusammenarbeiten. In der zunächst zweijährigen Modellphase werden die organisatorischen und fachlichen Grundlagen für den späteren Regelbetrieb geschaffen, Netzwerke aufgebaut und regionale Aufgabenfelder vorbereitet. Die Modell-Naturschutzstation Nord ist eine von zwei landesweiten Modellregionen, mit denen Rheinland-Pfalz eine neue Organisationsstruktur für das Naturschutzmanagement entwickelt, und wird zu 100 Prozent durch das Land gefördert.
Im Anschluss erläuterte Bürgermeister Volker Diefenbach (Gemeinde Heidenrod, Rheingau-Taunus-Kreis, Hessen) anhand konkreter Praxisbeispiele, wie Landschaftspflegeverbände in Deutschland seit über 30 Jahren erfolgreich arbeiten und als Vorbild für die geplanten Naturschutzstationen dienen. Er zeigte auf, wie diese Verbände als Schnittstelle zwischen Kommunen, Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz wirken und tragfähige, gemeinsam abgestimmte Lösungen ermöglichen – etwa durch extensive Beweidungsprojekte, den Erhalt von Streuobstwiesen, Trockenmauersanierungen oder die Entbuschung von Weinbergen. Diefenbach betonte: „Landschaftspflege fördert Tourismus und Naherholung und stärkt zugleich die regionale Identität.“
Breitbandausbau: Landkreis treibt Digitalisierung konsequent voran
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt der Dienstbesprechung war der Breitbandausbau im Landkreis Vulkaneifel. Laura Borsch, Breitbandkoordinatorin des Landkreises, informierte gemeinsam mit Thomas Hau (Kommunalmanager Westenergie), Philipp Klein (Westconnect) und Niklas Koch (Westnetz Gerolstein) über den aktuellen Stand.
Ziel ist eine flächendeckende, zukunftsfähige Gigabit-Anbindung, um den Landkreis langfristig als Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Der Landkreis investiert bereits seit fast zehn Jahren konsequent in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Nach der Sicherung der Grundversorgung durch das Weiße-Flecken-Programm folgt nun das Graue-Flecken-Programm, das unterversorgte Adressen und schwer erschließbare Einzellagen mit besonderer sozioökonomischer Bedeutung in den Fokus nimmt. Das aktuelle Förderprojekt umfasst 1.026 Adressen in den Verbandsgemeinden Gerolstein, Daun und Kelberg.
Ein besonderer Meilenstein ist die erfolgreiche Finanzierung: Die ursprünglich geschätzte Wirtschaftlichkeitslücke von rund 120 Millionen Euro konnte im Vergabeverfahren um über 72 Prozent reduziert werden. Die verbleibende Fördersumme wird überwiegend durch Mittel von Bund und Land getragen; den kommunalen Eigenanteil übernimmt der Landkreis. Damit werden die Gemeinden finanziell entlastet und erhalten langfristige Planungssicherheit. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens und der einstimmigen Zustimmung des Kreistages im Dezember 2025 konnte Anfang 2026 der finale Zuschlag an Westconnect erteilt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Verbandsgemeinden und Projektpartnern ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den zügigen Glasfaserausbau.
Zeit für Gespräche und Vernetzung
Neben den Fachinformationen stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Landrätin Julia Gieseking dankte den kommunalen Vertreterinnen und Vertretern ausdrücklich für die hohe Beteiligung und die konstruktiven Beiträge.


