Mit dem elfjährigen Jonas Umbach aus Schalkenmehren, Schüler der 6. Klasse am Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun, hat der ausschließlich im Landkreis Vulkaneifel stattfindende Mundartwettbewerb seinen Sieger des Jahres 2026 gefunden. Insgesamt nahmen vier Schülerinnen und Schüler am von der Kreisbibliothek Daun organisierten Wettbewerb teil und überzeugten die Jury mit ihren Beiträgen in Eifeler Mundart. Eine weitere Teilnehmerin, gebürtig aus Sachsen-Anhalt, trug ihre Geschichte in der sogenannten „Anhaltiner Mundart“ vor – einer Mischung aus nordostthüringischer und markbrandenburgischer Mundart.
Traditionell fand der Mundartwettbewerb unmittelbar im Anschluss an den Vorlesewettbewerb statt. Die Aufgabe bestand darin, eine Geschichte zu den vorgegebenen Begriffen „Johannisbeeren“, „Butterbrot“, „Eichhörnchen“ und „Straßengraben“ zu verfassen, diese in das Platt des jeweiligen Heimatortes zu übertragen und anschließend vor Publikum zu präsentieren. Die Jury – bestehend aus der pensionierten Lehrerin Brigitte Bettscheider, dem Musik-, Sozial- und Kulturwissenschaftler Dr. Tim Becker sowie dem Heimatforscher Alois Mayer – zeigte sich ebenso begeistert wie die zahlreichen Gäste im Saal.
„Die Jeschichte von Pitta un Troud“ im Mehrener Ortsdialekt
In seiner heiteren Dialektgeschichte erzählt Jonas Umbach vom Eichhörnchen Pitta, das „um wunderschine Schalkemerre“ mit seiner Frau Troud direkt am Maar lebt. Während Pitta am liebsten „de Daach mott äähsse un schlofen“ verbringt, überrascht ihn Troud eines Tages statt mit der gewohnten „grussen Noss“ mit einer „saftisch ruut Johannistrouw“. Ihr Entschluss: „Un da letzda Zeijt bos dou keijte usenanna jange, un weijle kucke ma zosamme ob deijn Ernährung. Obst un Jemees os do en joode Onfang.“
Der empörte Pitta – „willst dou mech imbränge?“ – macht sich daraufhin auf den beschwerlichen Weg zum Maarkreuz, wo Touristen häufig Essbares zurücklassen. Tatsächlich findet er eine vergessene Tasche und genießt Käse, Schokolade und Schinken – „bluss kehn Vitamine“. Doch auf dem Heimweg wird es brenzlig: Ein Rennradfahrer verfehlt ihn nur um Haaresbreite. Durchgeschüttelt, aber erleichtert („Do hon ich awer nochees Jeleck gehat!“), kehrt Pitta nach Hause zurück und gibt schließlich kleinlaut zu, dass das mit dem „Jemees“ vielleicht doch „keen allzo schlecht Idee“ gewesen ist.
Mit „Pitta un Troud“ zum Erfolg – Juryentscheidung denkbar knapp
Alle Beiträge waren originell und wurden sicher im jeweiligen Heimatdialekt vorgetragen. Entsprechend schwer fiel der Jury die Entscheidung. Letztlich setzte sich Jonas Umbach aus Schalkenmehren mit seiner Geschichte „Die Jeschichte von Pitta un Troud“ knapp gegen seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter durch. Als Anerkennung erhielt er eine Urkunde sowie ein kleines Präsent.
Zum Abschluss bedankte sich Julia Gieseking bei der gastgebenden Grund- und Realschule plus Gerolstein mit Schulleiterin Myriam Zimmermann, bei allen teilnehmenden Kindern, bei den Organisatorinnen der Kreisbibliothek Daun, Kerstin Koch und Martina Pauly, sowie bei der Jury und allen weiteren Unterstützenden, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Die weiteren Teilnehmenden:
- Julian Kumar, Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun mit seiner Geschichte „En spannende Daach bey Oma unn Opa“ in Neunkirchener Platt
- Paulina Harnau, Geschwister-Scholl-Gymnasium Daun mit ihrer Geschichte „Uus blöd Kaatz“ (Mischung aus Schalkenmehrener-, Oberöfflinger-, Strohner- und Udlerer Platt)
- Jule Devoler, Grund- und Realschule plus Kelberg mit ihrer Geschichte „Missjun Johannstrauwemarmelad“
- Sowie Hermine Zutz, Grund- und Realschule plus, Kelberg mit „Der Waldspaziergang“ in der sogenannten Anhaltiner Mundart.


