Modell-Naturschutzstation Nord

Naturschutz betrifft viele Interessen – und genau deshalb setzt die Modell-Naturschutzstation Nord im Landkreis Vulkan-eifel auf ein breites regionales Bündnis. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutzverbände, Kommunen, Naturparke und Fachbehörden arbeiten hier freiwillig, gleichberechtigt und partnerschaftlich zusammen, um die Kulturlandschaft der Vulkaneifel langfristig zu erhalten.

Modell-Naturschutzstation offiziell gestartet

Bereits im September 2025 hat sich die Interessengemeinschaft „Modell-Naturschutzstation Nord“ gegründet. Seitdem arbeiten alle Beteiligten gemeinsam daran, die Naturschutzstation zu etablieren, die regional verankert ist und nachhaltige Lösungen für Naturschutz, Klimaanpassung und Landschaftspflege entwickelt. Und seit dem Sommer 2025 gibt es sie nun ganz offiziell: die Modell-Naturschutzstation Nord mit zwei Mitarbeitenden und einer Geschäftsstelle bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel in Daun.

Bereits vor der offiziellen Förderung wurden in großer Runde erste inhaltliche Schwerpunkte identifiziert: vom Wasserrückhalt in der Landschaft, etwa durch Wiederherstellung von Feuchtgebieten, die auch die Folgen von Starkregen mindern, bis hin zum Erhalt der artenreichen, blumenbunten Wiesen. Auch Befragungen im Rahmen des Kreisentwicklungskonzepts zeigten, dass den Menschen ihre Natur und Landschaft besonders wichtig ist. „Unsere Stärke liegt in der freiwilligen und gleichberechtigten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteursgruppen. So sitzen wir an einem Tisch, können unterschiedliche Erwartungen benennen und gemeinsame Lösungen finden. Am besten gelingt dies, bevor Konflikte überhaupt entstehen – und im Idealfall finden wir dann noch einen passenden Fördertopf“, erklärt Dr. Hendrik Albrecht, Projektleiter der Modell-Naturschutzstation.

Landwirtschaft – Schlüsselrolle für Artenvielfalt

Die Landwirtschaft ist von Anfang an aktiv beteiligt:

  • Kreisverband Daun des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e. V.
  • Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
  • Maschinenring MBR Vulkaneifel Daun e. V.

Viele der wertvollen Lebensräume, wie artenreiche, blumenbunte Wiesen, entstanden erst durch landwirtschaftliche Nutzung. Heute sind viele Flächen nicht mehr wirtschaftlich rentabel. Ohne die Mitarbeit der Landwirtinnen und Landwirte – sei es durch Mahd oder Beweidung – lassen sich diese Flächen jedoch nicht erhalten.

Forst, Naturschutzverbände und Kommunen

  • Forst: Landesforsten Rheinland-Pfalz mit den Forstämtern Hillesheim, Gerolstein und Daun. Die Wälder produzieren Holz, dienen als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, speichern Wasser und wirken als Klimaschützer.
  • Naturschutzverbände: NABU Daun und Kylleifel, Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Vulkaneifel (u. a. BUND Kreisgruppe Vulkaneifel, Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e. V., Regionalverband Eifel des Rheinischen Vereins für Denkmalschutz und Landschaftspflege, Eifelverein e. V. Ortsgruppe Daun). Sie bringen Fachwissen, Artenkenntnisse und langjähriges Engagement ein.
  • Kommunen: Landkreis Vulkaneifel sowie Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein und Kelberg. Über Bauleitplanung, Kreisentwicklung, Kreisentwicklungskonzept und andere Aufgaben gestalten sie die Zukunft des Landkreises und sichern Lebensgrundlagen.

Zusätzlich engagieren sich Torsten Weber und Gerd Ostermann, die seit über 30 Jahren im Landkreis Vertragsnaturschutzberatung und Biotoppflege leisten, aktiv in der Interessengemeinschaft.

Naturparke als wichtige Partner

Der Natur- und Geopark Vulkaneifel sowie der Naturpark Nordeifel unterstützen die Modell-Naturschutzstation mit ihrer Expertise in Umweltbildung, nachhaltiger Regionalentwicklung und Naturerleben. Sie bringen ihre Netzwerke ein und fördern die öffentliche Wahrnehmung der Projekte.

Kooperativer Ansatz

Die Modell-Naturschutzstation setzt auf Drittelparität: Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen sind gleichberechtigt vertreten. Diese Struktur schafft Vertrauen, Verlässlichkeit und Akzeptanz und bildet die Basis für nachhaltigen Naturschutz.

Informationen & Social Media

Die Modell-Naturschutzstation informiert künftig regelmäßig in den Kreisnachrichten über ihre Arbeit. Zudem werden aktuelle Projekte, Termine und regionale Themen auf Social-Media-Kanälen geteilt:

  • Instagram: naturschutzstation.vulkaneifel
  • Facebook: Modell-Naturschutzstation Nord