Nachweis eines neuen Rinder-Virus in Deutschland

In mehreren Rinderbeständen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich wurde ein noch nicht näher charakterisiertes Virus der Orthobunyaviren (Simbu-Serogruppe) nachgewiesen.

Dieses Virus breitet sich seit ca. Juni in der Schweiz, Frankreich und auch Deutschland aus.

Das Virus ist eng verwandt mit dem schon hier bekannten Schmallenberg-Virus. Es wird durch Insekten (hier hauptsächlich Gnitzen) übertragen. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier wurde bisher nicht beschrieben, allerdings ist eine Übertragung vom trächtigen Muttertier auf den Fetus möglich. Neben Rindern können auch andere Wiederkäuer wie Schafe und Ziegen infiziert werden (hier mit Stand 12.08.2026 noch keine Meldungen oder Daten vorhanden).

Die bisher beschriebenen Hauptsymptome bei Rindern sind:

  • deutlicher Milchrückgang
  • hohes Fieber
  • Durchfall 
  • Fressunlust 


Nach derzeitigem Stand wird vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) nicht von einem Infektionsrisiko für den Menschen ausgegangen. Ein Impfstoff ist bisher nicht verfügbar, somit ist nur eine symptomatische Behandlung möglich.

Es handelt sich weder um eine bekämpfungs- noch meldepflichtige Tierseuche. (auch hier Stand 12.08.2026).

Gnitzen übertragen auch das Schmallenberg-Virus und Viren der Blauzungenkrankheit.

Wir empfehlen daher dringend empfängliche Tiere regelmäßig mit Repellentien zu behandeln und somit gegen Insekten zu schützen. Auch ein entsprechendes Weidemanagement (Vermeidung von Bachweiden, etc.) kann hier unterstützend sein.

Wir weisen darauf hin, dass bisher nur wenig über das Virus und die Krankheit bekannt ist. Wie bei allen Tierseuchen handelt es sich um ein dynamisches Geschehen.

Bei Fragen steht Ihnen das Veterinäramt gerne zur Verfügung.

Bitte beachten Sie auch die Informationen folgender Links: