Die geplanten Sparmaßnahmen des Bundes im Gesundheitswesen stoßen im Landkreis Vulkaneifel auf deutliche Kritik. Im regelmäßigen Austausch mit der Geschäftsführung des Maria Hilf Krankenhauses Daun informiert sich Landrätin Julia Gieseking über die Auswirkungen der aktuellen Gesetzesvorhaben auf die Gesundheitsversorgung in der Region.
„Wir stehen regelmäßig mit dem Krankenhaus Maria Hilf Daun im Austausch. Die Umsetzung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, wie es derzeit geplant ist, würde dem gut aufgestellten Maria Hilf Krankenhaus Daun den Boden unter den Füßen wegziehen“, erklärt Landrätin Julia Gieseking.
Nach Angaben des Krankenhauses würde das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz jährliche Mindereinnahmen von rund vier Millionen Euro verursachen. Diese Belastung sei nicht zu kompensieren und könne erhebliche Auswirkungen auf das Leistungsangebot und die medizinische Versorgung in der Region haben.
„Ein hochwertiges und flächendeckendes Gesundheitssystem gehört zur Daseinsvorsorge. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass sie im Notfall wohnortnah medizinisch versorgt werden. Brechen diese Angebote weg, schwindet auch das Vertrauen in den Staat. Das darf nicht passieren“, so Gieseking.
Besonders kritisch bewertet die Landrätin, dass die geplanten Sparmaßnahmen mitten in die laufende Krankenhausreform fallen. Während die Krankenhäuser derzeit auf die Zuweisung ihrer künftigen Leistungsgruppen warten, sollen gleichzeitig weitere Einsparungen umgesetzt werden. Dies schaffe zusätzliche Unsicherheit in einer Phase, in der die Krankenhäuser eigentlich Planungssicherheit benötigten. Statt einer geordneten Reform drohe so ein schleichender Abbau von Krankenhausstrukturen.
Maria Hilf Krankenhaus übernimmt zentrale Versorgungsaufgaben
Das Maria Hilf Krankenhaus Daun ist für die medizinische Versorgung der Region von zentraler Bedeutung. Mit mehr als 600 Beschäftigten, rund 10.000 stationären Patientinnen und Patienten sowie nahezu 100.000 ambulanten Behandlungen jährlich übernimmt das Krankenhaus wichtige Versorgungsaufgaben weit über die Kreisgrenzen hinaus. Als durch das Land Rheinland-Pfalz ausgewiesenes Sicherstellungskrankenhaus ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung in der Vulkaneifel. In den vergangenen Jahren hat das Krankenhaus zudem zusätzliche Versorgungsaufgaben übernommen und Bedarfe aufgefangen, die durch die Schließung anderer Krankenhausstandorte in der Region entstanden sind. Ergänzt wird die stationäre Versorgung durch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), das jährlich mehr als 80.000 ambulante Patientinnen und Patienten behandelt.
Auswirkungen reichen weit über die Krankenhäuser hinaus
Aus Sicht des Landkreises würden sich die Auswirkungen der geplanten Sparmaßnahmen nicht allein auf die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser beschränken.
Einschränkungen der Versorgungsstrukturen könnten längere Wege für Patientinnen und Patienten, eine stärkere Belastung der verbleibenden Einrichtungen sowie weitere Engpässe in der stationären und ambulanten Versorgung nach sich ziehen. Im Falle struktureller Defizite müssten letztlich die Kommunen zusätzliche finanzielle Lasten tragen, die den Druck auf die kommunalen Haushalte massiv erhöhen würden.
Die Landkreise tragen bereits heute eine hohe Verantwortung für die Gesundheitsversorgung. Auch der Landkreis Vulkaneifel engagiert sich über seine gesetzlichen Aufgaben hinaus - unter anderem durch eine Gesundheitsmanagerin, Medizinstipendien, Famulaturprogramme sowie interkommunale Projekte zur Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen.
Die Landrätin fordert den Bund auf, das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in seiner jetzigen Form nicht umzusetzen. Der Erhalt einer flächendeckenden ambulanten und stationären Versorgung sowie der Apotheken müsse oberste Priorität haben und mit ausreichenden finanziellen Mitteln hinterlegt werden. Gleichzeitig müsse das Land Rheinland-Pfalz die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Menschen auch künftig wohnortnah medizinisch versorgt werden können. Dazu gehörten insbesondere höhere Investitionen in die Krankenhausstandorte sowie ein entschlossenes Eintreten für die Interessen der Kommunen gegenüber dem Bund.
Gemeinsames Ziel: Gesundheitsversorgung langfristig sichern
Für den Landkreis Vulkaneifel steht fest: Das Maria Hilf Krankenhaus Daun ist und bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung in der Region. Politik, Krankenhaus, Mitarbeitende und Bürgerschaft verfolgen gemeinsam das Ziel, den Standort langfristig zu stärken und eine wohnortnahe medizinische Versorgung für die Menschen in der Vulkaneifel zu sichern.


