Abschlussbericht zum Klimaschutzmanagement Landkreis Vulkaneifel

Im Landkreis Vulkaneifel hat sich in den vergangenen Jahren beim Klimaschutz viel bewegt. Bereits frühzeitig stellte sich der Landkreis den Herausforderungen des Klimawandels und setzte wichtige Maßnahmen auf den Weg. Schon seit 2016 engagiert sich der Landkreis im europäischen Projekt ZENAPA, 2019 wurden die Klimaschutzkonzepte beschlossen und seit Ende 2020 das Klimaschutzmanagement systematisch aufgebaut. Mit dem Auslaufen der Förderperiode zieht der Landkreis nun eine erfolgreiche Bilanz.

„Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und zugleich eine Investition in die Zukunft unserer Heimat. Der Landkreis Vulkaneifel hat früh Verantwortung übernommen und in den vergangenen Jahren konkrete Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Region erreicht“, betont Landrätin Julia Gieseking.

Über 2,5 Millionen Euro Fördermittel generiert

Ein besonderer Erfolg ist die Einwerbung von über 2,5 Millionen Euro Fördermitteln. Mit diesen Mitteln konnten zahlreiche Projekte in den Bereichen Energie, Gebäude, Mobilität, Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt werden. Gleichzeitig wurden erhebliche private Investitionen angestoßen – etwa durch Beratungsangebote und Förderprogramme für energieeffizientes Wohnen. Insgesamt wurden dadurch indirekt rund 40 Millionen Euro Investitionen ausgelöst.

Sichtbare Fortschritte bei Gebäuden und Energie

Gerade im Bereich Gebäude und Energie wurden sichtbare Fortschritte erzielt. So erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kreisverwaltung seit ihrer Inbetriebnahme bereits rund 158 MWh klimafreundlichen Strom, erreicht einen Autarkiegrad von 35 Prozent und spart jährlich spürbar Energiekosten. Weitere Anlagen befinden sich bereits in Umsetzung.

Auch energetische Sanierungen an kreiseigenen Gebäuden wurden vorangebracht - unter anderem am Hubertus-Rader-Förderzentrum in Gerolstein sowie am Thomas-Morus-Gymnasium in Daun. Dort wurden Fenster, Dämmung und technische Anlagen modernisiert.

Bürgerinnen und Bürger profitieren direkt

Direkt profitiert haben auch viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreis. Im Rahmen des KIPKI-Programms wurden 590 Balkonkraftwerke gefördert. Zudem stießen die LED-Tauschtage auf große Resonanz: Insgesamt 2.300 LED-Leuchtmittel wurden ausgegeben. Dies entspricht einer Einsparung von rund 184.000 kWh Strom.

Klimafreundliche Mobilität ausgebaut

Auch im Bereich Mobilität wurden wichtige Akzente gesetzt. So entstanden neue Ladesäulen mit insgesamt zehn Ladepunkten, Fahrradabstellanlagen an allen kreiseigenen Schulen sowie weitere Angebote für klimafreundliche Mobilität. Aktionen wie das STADTRADELN motivierten viele Menschen, im Alltag häufiger aufs Fahrrad umzusteigen. Allein hier wurden über 1.000 Teilnahmen verzeichnet.

Bildung, Beratung und Beteiligung gestärkt

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Information, Beratung und Bildung. Mehr als 40 kostenfreie Veranstaltungen mit über 3.000 Teilnehmenden machten Klimaschutz im Alltag greifbar. Dazu zählten Vorträge zu Photovoltaik, Wärmepumpen und Sanierung ebenso wie Klimafit-Kurse, Informationskampagnen oder Energieberatungen. Besonders erfreulich war auch die große Resonanz auf die SolarOffensive-Kampagne mit insgesamt fast 600 Teilnehmenden.

Kinder und Jugendliche aktiv eingebunden

Großen Wert legte der Landkreis zudem auf Kinder- und Jugendarbeit. Gemeinsam mit der Kreisjugendpflege, der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Natur- und Geopark Vulkaneifel wurden Projekte wie „Natur erleben“ in Dockweiler, Schulprojekttage oder Umweltbildungsangebote umgesetzt. Auch Veranstaltungen wie „Daun spielt“ zeigten, wie sich Klimaschutz und Mitmachangebote erfolgreich verbinden lassen.

Klimaschutz und Natur gemeinsam gedacht

Ebenso wichtig war das Zusammenspiel von Klimaschutz und Natur. Projekte wie „Blühende Vulkaneifel“, die In-sektenOase Vulkaneifel oder der gemeinsam mit dem Natur- und Geopark Vulkaneifel umgesetzte Anbau der Durchwachsenen Silphie zeigen, wie Artenvielfalt gestärkt und zugleich Beiträge zum Klimaschutz geleistet werden können. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts ZENAPA wurden für den Silphie-Anbau rund 37.000 Euro Kompensationszahlungen an sieben landwirtschaftliche Betriebe ausgezahlt. Die mehrjährige Energiepflanze gilt als ökologische Alternative zum Maisanbau, verbessert die Bodenstruktur, schützt vor Erosion und bietet Insekten über viele Monate eine verlässliche Nahrungsquelle. 

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Auch die Zusammenarbeit in der Region wurde nachhaltig gestärkt. Der regelmäßige Austausch mit den Verbandsgemeinden, der Energieagentur Rheinland-Pfalz, der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, dem Natur- und Geopark Vulkaneifel, der Naturschutzstation sowie weiteren Partnern war ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

„Die Bilanz zeigt: Klimaschutz schafft nicht nur ökologische Vorteile, sondern stärkt auch regionale Wertschöpfung, senkt Kosten und verbessert die Lebensqualität“, hebt die Landrätin hervor.

Beratung bleibt weiterhin gesichert

Mit dem Ende des geförderten Klimaschutzmanagements im Landkreis Vulkaneifel stehen ab sofort die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz sowie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz als zentrale Ansprechpartner zur Verfügung. Für kommunale Fragestellungen rund um Klimaschutz und Energie ist die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz die richtige Anlaufstelle. Privatpersonen können sich bei Fragen zu Energie, Sanierung oder Fördermöglichkeiten an die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wenden.