Im feierlichen Rahmen wurde Gertrud Heck aus Schalkenmehren am 10. Mai durch Landrätin Julia Gieseking mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für das Heimwebereimuseum Schalkenmehren sowie ihren unermüdlichen Einsatz für die Dorfgemeinschaft.
Die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz wurde 1974 vom damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl gestiftet und wird an Bürgerinnen und Bürger verliehen, die sich durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.
In ihrer Ansprache hob Landrätin Julia Gieseking die herausragende Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Besonders würdigte sie den jahrzehntelangen Einsatz von Gertrud Heck für den Erhalt und die Vermittlung eines einzigartigen kulturellen Erbes der Region.
Einsatz für ein einzigartiges kulturelles Erbe
Das Heimwebereimuseum Schalkenmehren dokumentiert die Geschichte einer bundesweit einmaligen Heimweberei-Genossenschaft, die im Jahr 1926 auf Initiative der jungen Lehrerin Anna Droste-Lehnert gegründet wurde. Ziel war es damals, Kleinbauern durch das Webhandwerk zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu eröffnen und damit die wirtschaftliche Not vieler Familien zu lindern. Bereits kurze Zeit später genossen die in Schalkenmehren gefertigten Stoffe einen hervorragenden Ruf.
Gertrud Heck kam bereits als 13-Jährige mit der Heimweberei in Kontakt. Auf Anfrage von Anna Droste-Lehnert arbeitete sie in der Genossenschaft mit und erlernte dort zahlreiche handwerkliche Tätigkeiten, die sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr und ihrem damaligen Umzug nach Köln ausübte.
Als 1993 das Heimwebereimuseum Schalkenmehren gegründet wurde, engagierte sich Gertrud Heck von Beginn an im Museumsarbeitskreis. Über mehr als 25 Jahre hinweg brachte sie ihre persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen in die Gestaltung und Weiterentwicklung des Museums ein. Von 1993 bis 2020 war sie eine tragende Säule des Arbeitskreises.
Mit großem Einsatz organisierte sie Besuchergruppen, koordinierte Termine und führte zahlreiche Gäste selbst durch das Museum. Dabei vermittelte sie anschaulich die Geschichte der Genossenschaft sowie die traditionellen Techniken der Heimweberei. Viele Besucherinnen und Besucher aus nah und fern erhielten durch ihre lebendigen Erzählungen einen authentischen Einblick in die damalige Zeit.
Auch während der Wintermonate, wenn das Museum geschlossen war, blieb die Gemeinschaft aktiv. Gemeinsam wurden alte Handwerkstechniken wie das Spinnen von Flachs und Wolle wiederbelebt. Im Museumsgarten bauten die Frauen Pflanzen zur Wollfärbung an und fertigten gemeinsam große Teppiche mit Motiven der Eifellandschaft an. Die Kunstwerke wurden anschließend zugunsten wohltätiger Zwecke versteigert. Auch bei diesen Aktivitäten war Gertrud Heck stets mit großem Engagement beteiligt.
Engagement in der Frauengemeinschaft
Auch außerhalb des Museums war Gertrud Heck über viele Jahre hinweg eine wichtige Stütze des gesellschaftlichen Lebens in Schalkenmehren. Als Leiterin der Frauengemeinschaft organisierte sie regelmäßige Zusammenkünfte und Ausflüge und setzte sich insbesondere für ältere und alleinstehende Menschen ein.
Mit großem persönlichem Einsatz sorgte sie dafür, dass sich die Frauen des Dorfes mindestens einmal im Monat zu gemeinsamen Treffen zusammenfinden konnten. Gerade ältere und alleinstehende Frauen profitierten von diesem verlässlichen Angebot der Gemeinschaft und Begegnung.
Würdigung auch für Nikolaus Schommers
Im Rahmen der Ehrung gedachte Landrätin Julia Gieseking auch Nikolaus Schommers, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Auch er hatte sich über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Engagement für das Heimwebereimuseum eingesetzt. Als gelernter Weber demonstrierte er noch weit über sein 90. Lebensjahr hinaus Besucherinnen und Besuchern die traditionelle Handwerkskunst und trug so maßgeblich zur lebendigen Vermittlung des kulturellen Erbes bei.
Dank und Anerkennung für außergewöhnliches Ehrenamt
Im Namen des Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer überreichte Landrätin Julia Gieseking die Verleihungsurkunde zur Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz sowie ein Präsent. Zudem überbrachte sie die Glückwünsche des Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Thomas Linnertz.
Den Glückwünschen schlossen sich für die Verbandsgemeinde Daun der Erste Beigeordnete Otmar Monschauer, der Ortsbürgermeister von Schalkenmehren, Peter Hartogh, sowie alle Anwesenden an. Die Initiative für die Ehrung ging vom Arbeitskreis Heimwebereimuseum Schalkenmehren aus, der damit das langjährige ehrenamtliche Wirken von Gertrud Heck besonders würdigen wollte. Die Mitglieder des Arbeitskreises schlossen sich den Glückwünschen an und trugen mit großem Engagement entscheidend zum Gelingen der Feierstunde bei.


