Daun, 15. Juni 2026 – In seiner Sitzung am 15. Juni hat sich der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel mit einer Reihe zentraler Themen befasst. Auf der Tagesordnung standen unter anderem personelle Veränderungen in den Kreisgremien, die Zukunft des Krimifestivals „Tatort Eifel“, die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen sowie zentrale Entscheidungen und Beratungen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs.
Nachwahlen in Gremien des Landkreises
Die Sitzung des Kreistags begann mit der Verpflichtung neuer Mitglieder. Hintergrund sind personelle Veränderungen auf Landesebene: Gordon Schnieder (CDU), der zum Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz gewählt wurde, sowie Jens Jenssen (SPD), der das Amt des Vizepräsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier übernommen hat, legten ihre Mandate im Kreistag zum 18.05.2026 nieder.
Auf Grundlage des Ergebnisses der Kommunalwahl vom 06.06.2024 rücken Lisa Mastiaux in Nachfolge von Gordon Schnieder und Peter Burggraf in Nachfolge von Jens Jenssen in den Kreistag nach. Beide wurden in der Sitzung von Landrätin Julia Gieseking per Handschlag verpflichtet.
Da Gordon Schnieder und Jens Jenssen neben ihrem Kreistagsmandat auch in verschiedenen Ausschüssen und Gremien des Landkreises vertreten waren, waren darüber hinaus entsprechende Nachbesetzungen erforderlich. Der Kreistag nahm daher Wahlen für mehrere Gremien vor, darunter den Kreisausschuss, den Ausschuss für Kreisentwicklung sowie den Verwaltungsrat der Kreissparkasse Vulkaneifel.
Neustart für „Tatort Eifel“
GesundLand Vulkaneifel GmbH übernimmt Trägerschaft – neues Konzept im Kreistag vorgestellt
Nach einer mehrjährigen Pause wird das Festival im April 2027 unter neuer Trägerschaft der GesundLand Vulkaneifel GmbH wieder stattfinden.
Landrätin Julia Gieseking dankte insbesondere dem Ersten Kreisbeigeordneten Alois Manstein, der sich auf Grundlage eines Kreistagsauftrags aus dem Sommer 2025 mit großem Engagement für den Erhalt des Festivals eingesetzt und in zahlreichen Gesprächen mit Beteiligten und Partnern die Weichen für die nun gefundene Lösung gestellt hat. Sie würdigte zudem das langjährige Engagement der zahlreichen Beteiligten, die das Festival über viele Jahre hinweg unterstützt und getragen haben, und dankte auch dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, Thomas Scheppe, der Geschäftsführerin der GesundLand Vulkaneifel GmbH, Vera Esch, sowie allen, die sich für die Zukunft und Weiterentwicklung des Festivals einsetzen.
In der Sitzung stellte Fabian Kirsch von der Agentur inMedia gemeinsam mit der Leiterin des Fachprogramms, Julia Roeskau, das neue Konzept vor und berichtete über den aktuellen Stand der Planungen. Gemeinsam mit Martin Geisen und Vera Esch bilden sie das neue Team von Tatort Eifel. Die Pause war notwendig, da die bisherige Durchführung innerhalb der Kreisverwaltung aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen in der bisherigen Form nicht mehr möglich war.
Mit der neuen Trägerschaft wird eine professionelle und langfristig tragfähige Struktur geschaffen. Der Landkreis Vulkaneifel bleibt dem Festival weiterhin eng verbunden und unterstützt „Tatort Eifel“ auch künftig mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro.
Vorstellung der Potenzialanalyse zu Gewerbe- und Industrieflächen
Der Kreistag hat sich mit den Ergebnissen einer Potenzialanalyse zu Gewerbe- und Industrieflächen im Landkreis befasst. Hintergrund ist die aktuell stark begrenzte Verfügbarkeit geeigneter Flächen in den Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein und Kelberg, wodurch Unternehmensanfragen zunehmend nicht bedient werden können.
Die gemeinsam von den Verbandsgemeinden und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH (WFG) beauftragte Untersuchung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz mit 70 Prozent gefördert und vom Büro FIRU mbH aus Kaiserslautern durchgeführt.
In der Sitzung stellte ein Vertreter des Büros die wesentlichen Ergebnisse der Analyse vor und zeigte dabei mögliche Flächenpotenziale sowie erste Schlussfolgerungen für die künftige Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen im Landkreis auf. An die Vorstellung der Analyse schloss sich eine Diskussion im Kreistag an. Dabei sprach sich eine breite Mehrheit dafür aus, bei der weiteren Betrachtung möglicher Entwicklungsflächen auch Standorte mit Anbindung an den Schienengüterverkehr stärker in den Fokus zu nehmen.
Bericht der WFG Vulkaneifel mbH
Die Geschäftsführerin der WFG Vulkaneifel mbH, Judith Klassmann-Laux, stellte die zentralen Arbeitsschwerpunkte sowie ausgewählte Projekte und Entwicklungen des vergangenen und laufenden Jahres vor.
Im Fokus stehen weiterhin die Unterstützung heimischer Unternehmen, die Förderung von Existenzgründungen, die Fachkräftesicherung sowie die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Vulkaneifel. Ergänzt wird dieses Engagement durch Beratungsangebote, Netzwerkaktivitäten und Veranstaltungsformate wie Unternehmerfrühstücke und Informationsveranstaltungen.
Darüber hinaus gab die WFG einen Ausblick auf geplante Projekte und Veranstaltungen, darunter die „Dauner Gespräche 2026“.
Kreistag stellt Weichen für den ÖPNV
Der Kreistag hat sich mit zentralen Weichenstellungen für den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Vulkaneifel befasst. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl die künftige Ausrichtung des Busverkehrs unter den Vorgaben des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes als auch die Neuausschreibung des Linienbündels „Östliche Vulkaneifel“.
Ziel ist es, den Busverkehr weiterhin wirtschaftlich, rechtssicher und zugleich klimafreundlich auszurichten. Hierzu werden verschiedene Antriebstechnologien – insbesondere Batteriebusse sowie der klimafreundliche Kraftstoff HVO100 – weiter geprüft und bewertet. Auf dieser Grundlage soll im September eine Entscheidung über die künftige Fahrzeugflotte getroffen werden.
Der Kreistag hat den Weg für die Neuausschreibung des Linienbündels „Östliche Vulkaneifel“ freigemacht. Mit der einstimmig beschlossenen Vorabbekanntmachung kann nun das europaweite Vergabeverfahren eingeleitet werden.
Dem Beschluss waren mehrere Monate intensiver Beratungen vorausgegangen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob das Rufbusangebot, das von den Fahrgästen gut angenommen wird, künftig in einem dichteren Takt verkehren soll. Die Kreisgremien diskutierten hierzu verschiedene Modelle und Ausbauszenarien.
Nach Abwägung der verkehrlichen Vorteile und der damit verbundenen Mehrkosten sprach sich der Kreistag einstimmig dafür aus, das Linienbündel im bisherigen Umfang auszuschreiben. Der Landkreis Vulkaneifel verfügt bereits heute über eine flächendeckende Anbindung aller Ortsgemeinden im Zweistundentakt und bietet damit das derzeit umfangreichste ÖPNV-Angebot im Gebiet des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT).
Weitere Themen
Auf Anregung der CDU-Kreistagsfraktion stellte Dr. Dr. Dirk Freudenberg M.A. von der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Aufgaben der Landkreise im Rahmen der Gesamtverteidigung dar.
Dabei machte er deutlich, dass den Kommunalverwaltungen – insbesondere den Landkreisen – eine zentrale Rolle bei der Stärkung der zivilen Verteidigung und der gesamtgesellschaftlichen Resilienz zukommt. Sicherheit sei keine rein militärische Aufgabe, sondern ein gesamtstaatlicher Auftrag, der Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft, Hilfsorganisationen und die Zivilgesellschaft gleichermaßen betreffe. Dabei wurde auch die enge Verbindung und mögliche Synergien zum bestehenden Katastrophenschutz hervorgehoben.
Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Kreistag zudem beschlossen, die Kreisverwaltung damit zu beauftragen zu prüfen, in welcher Form Informationsbroschüren zum Verhalten und zur Eigenvorsorge im Katastrophenfall- insbesondere auf Grundlage bestehender Materialien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – erstellt bzw. angepasst und flächendeckend an alle Haushalte im Landkreis Vulkaneifel verteilt werden können.
Ausblick
Der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel kommt voraussichtlich am 7. September 2026 zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Besucherinnen und Besucher sind wie immer willkommen. Einblicke in die Arbeit der politischen Gremien bietet das Ratsinformationssystem unter ratsinfo.vulkaneifel.de.
Landrätin Julia Gieseking informiert zudem regelmäßig in Videoclips über aktuelle Themen aus dem Landkreis und den Gremien.
Der Kreistag besteht aus den bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 gewählten 38 Mitgliedern sowie der Landrätin. Die Sitzverteilung: 15 CDU, 7 SPD, 6 Freie Wähler, 5 AfD, 2 Grüne, 2 FDP und 1 ÖDP.


